St. Mauritius zu Oberfrankenhain
Highlights
- Die Kirche St. Mauritius in Oberfrankenhain entstand vermutlich ab 1106 als fränkische Gründung und wurde 1514 spätgotisch umgebaut.
- Romanischer Taufstein, Kapitell unter der Kanzel und das Südportal aus dem 12. Jahrhundert zeugen von der frühen Baugeschichte der Kirche.
Tipps
- Die Kirche St. Mauritius zu Oberfrankenhain zeigt romanische und spätgotische Bauelemente, darunter das originale Südportal sowie den erhaltenen Taufstein aus der Gründungszeit.
- Im Chorraum befinden sich historische Epitaphien und Grabsteine, die die regionale Geschichte und kirchliche Entwicklung der Region widerspiegeln.
- Die Lage der Kirche auf etwa 700 Metern über dem Meeresspiegel bietet einen Aussichtspunkt mit Blick über die umliegende Landschaft.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in St. Mauritius Oberfrankenhain
Die evangelische Kirche St. Mauritius zu Oberfrankenhain ist ein historisches Juwel im Ortsteil Oberfrankenhain von Frohburg und ein bedeutender Zeuge der regionalen Kirchen- und Siedlungsgeschichte. Gelegen im Süden des Landkreises Leipzig, ragt die Kirche mit ihrer Höhe von rund 700 Pariser Fuß über dem Meeresspiegel als markanter Punkt in der Landschaft heraus. Ihr Ursprung lässt sich bis ins frühe 12. Jahrhundert zurückverfolgen, als fränkische Siedler das Kirchenschiff errichteten – möglicherweise bereits ab 1106 oder kurz danach.
Die Kirche war über die Jahrhunderte hinweg ein Grenzgebiet zwischen den kirchlichen Machtbereichen des Naumburgischen, Merseburgischen und Meißenischen Raums. Diese besondere Lage spiegelt sich auch in ihrer wechselvollen Geschichte wider: Während des 16. Jahrhunderts wurde sie im spätgotischen Stil umgebaut, wobei das romanische Südportal und der originale Taufstein aus der Frühzeit erhalten blieben. Besonders bemerkenswert ist zudem eine romanische Säule mit einem prächtigen Kapitell, die heute unter der Kanzel zu finden ist.
Die Innenausstattung der Kirche erzählt von ihrer reformatorischen Vergangenheit. Nach der Einführung der Reformation in Frankenhain ab 1534 wurde die Kirche als Schwesterkirche der Hopfgartener Kirche zugeordnet. Die ersten reformierten Pfarrer wie Wolfgang Irmisch, Paul Fischer oder Wolfgang Agricola prägten den Ort und sorgten für eine enge Verbindung zur neuen Glaubensrichtung. Die Kirche bewahrt bis heute Spuren dieser Zeit – etwa in den restaurierten Epitaphien des 16. und 17. Jahrhunderts, die im Chorraum zu sehen sind.
Mit einer Bewertung von 3,8 Sternen in den Google-Bewertungen ist St. Mauritius zu Oberfrankenhain nicht nur ein architektonisches Denkmal, sondern auch ein Ort der Andacht und des kulturellen Erbes. Die Kirche lädt Besucher ein, die Spuren fränkischer Siedlungsgeschichte, gotischer Umbauten und reformatorischer Prägung zu entdecken – eingebettet in die malerische Umgebung des Leipziger Umlands.