MODULGALERIE- Kunst im Fach
Highlights
- Modulgalerie zeigt alle 4 Monate wechselnde Kunstaktionen im öffentlichen Raum Nürnbergs seit 2021.
- Kunstwerke als 26 Module nutzbar: Einzelstücke oder als Teil eines 48-teiligen Puzzles konzipiert.
- Kuratorin und Künstlerin präsentieren seit 2021 interaktive Ausstellungen in Gepäckfächern mit polyphonen Lesarten.
Eigenschaften
Kunstgalerie Nürnberg: MODULGALERIE – Ausflugskultur
Die MODULGALERIE – Kunst im Fach in Nürnberg ist ein innovatives Ausstellungsprojekt, das Kunst im öffentlichen Raum auf ungewöhnliche Weise erlebbar macht. Das Konzept entstand aus der Idee, einen Ort zu schaffen, der Kunst und Architektur nahtlos verbindet und Besucher:innen in eine interaktive Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Werken einlädt. Im Mittelpunkt stehen modulare Einheiten, die als eigenständige Ausstellungsflächen fungieren oder zu einem größeren, 48-teiligen Puzzle zusammengesetzt werden können. Jedes Modul bietet dabei die Möglichkeit, Kunst linear, polyphon oder bewusst dekonstruktiv zu erleben – je nach Perspektive der Betrachter:innen.
Die Galerie wurde von der Kuratorin und Künstlerin Kasia Prusik-Lutz initiiert, die bereits seit 2016 mit dem rum Krakauer Haus in Nürnberg aktiv ist. Ihr Ansatz zielt darauf ab, Kunstwerke so zu platzieren, dass sie organisch in den urbanen Kontext integriert werden und gleichzeitig Raum für Interpretation lassen. Besonders bemerkenswert ist die Verbindung zur historischen Nutzung des Standorts: Die Installation greift die ursprüngliche Funktion von Gepäckfächern auf und transformiert sie in einen Raum für zeitgenössische Kunst – ein Beispiel dafür, wie Kunst vergangene Funktionen neu belebt und umdeutet.
Die Ausstellungen in der MODULGALERIE wechseln regelmäßig alle vier Monate und präsentieren Werke nationaler und internationaler Künstler:innen. Ein besonderes Merkmal ist die Nutzung einzelner Module als „kuratorische Lautsprecher“, etwa durch die Integration einer alten Sprechanlage, die Besucher:innen mit Informationen zur aktuellen Ausstellung versorgt. So wird der Rundgang zur Entdeckungsreise, bei der erst das Öffnen aller Fächer das vollständige Verständnis der Präsentation ermöglicht. Das Konzept fördert damit nicht nur die passive Rezeption, sondern lädt zum aktiven Mitdenken und Mitgestalten ein.
Das Projekt wurde vom Kunstbeirat Nürnberg unterstützt und verbindet künstlerische Innovation mit sozialer Teilhabe: Die MODULGALERIE steht rund um die Uhr kostenfrei zur Verfügung und macht Kunst damit für ein breites Publikum zugänglich – unabhängig von Öffnungszeiten oder Eintrittsgeldern. Besonders spannend ist der Vergleich mit historischen Werken aus den 1970er-Jahren, die ähnliche Ansätze für den öffentlichen Raum verfolgten. Künstler wie Ansgar Nierhoff oder Hiromi Akiyama zeigen, wie sich die Auseinandersetzung mit Architektur und Kunst über Jahrzehnte weiterentwickelt hat – ein lebendiger Beweis für die Dynamik des Projekts.
Für Besucher:innen bietet die MODULGALERIE neben den geplanten Führungen auch die Möglichkeit, individuelle Termine zu vereinbaren. So kann die Ausstellung je nach Interesse und Zeit vertieft erlebt werden. Ob als kurzer Spaziergang oder als ausführliche Entdeckungsreise – die Galerie im Fach lädt ein, Kunst neu zu erleben und den öffentlichen Raum mit anderen Augen zu sehen. Ein Ort, der beweist, dass Kunst nicht nur an den Wänden hängt, sondern das Leben im Stadtraum bereichert.