Schiefer Wald
Highlights
- Der Schiefer Wald in Steinbach (Taunus) ist ein Kunstwerk aus 26 schief gepflanzten Bäumen.
- Er erinnert an die Schlacht von 1389 zwischen Frankfurter Bürgern und Kronberger Rittern.
- Die Bäume symbolisieren Reflexion über Geschichte und stehen für Veränderung und Überwindung.
Tipps
- Die Bäume sind noch jung und werden sich im Lauf der Jahre weiterentwickeln – ein Besuch lohnt sich also auch in Zukunft, um die Veränderung mitzuverfolgen.
Eigenschaften
Über Schiefer Wald
Der Schiefer Wald ist ein künstlerisches Gedenkwerk im hessischen Steinbach am Taunus und liegt direkt an der Regionalpark-Rundroute zwischen Eschborn und Steinbach. Die Installation besteht aus 26 Bäumen, die absichtlich schräg gepflanzt und durch Stützvorrichtungen in ihrer geneigten Haltung gehalten werden. Im Laufe der Zeit reagieren die Bäume auf ihre Schieflage, was einen Prozess der Deformation und damit einhergehender symbolischer Bedeutung erzeugt. Die künstlerische Intervention lädt zur Deutung ein und verweist auf einen historischen Konflikt aus dem späten Mittelalter.
Das Werk erinnert an die Schlacht von 1389 auf dem sogenannten „Streitplacken“ nahe Eschborn, einem Feld zwischen Steinbach und Eschborn. Damals kam es zum bewaffneten Zusammenstoß zwischen den Rittern von Kronberg und den Bürgern der Freien Reichsstadt Frankfurt. Die Kämpfer Frankfurts unterlagen trotz zahlenmäßiger Überlegenheit den erfahrenen Rittern. Die Niederlage hatte erhebliche politische und wirtschaftliche Folgen. Die Auseinandersetzung wurde später in drei Gemälden festgehalten, von denen sich eines im Historischen Museum Frankfurt befindet.
Die Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth haben 2014 das Landschaftsbild mit dem „Schiefer Wald“ gestaltet. Ihre Arbeit thematisiert den Zusammenhang zwischen Geschichte, Natur und öffentlichem Raum. Die schräg stehenden Bäume werden dabei vielfach interpretiert: einerseits als Darstellung der Lanzen der kämpfenden Ritter, andererseits als Symbol für Wachstum, Veränderung und Überwindung. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Landschaft verleiht dem Ort eine reflektierte, mehrschichtige Bedeutung, die sowohl historisch als auch gegenwartsbezogen lesbar ist.
Der Standort des Schiefer Waldes ermöglicht einen weiten Blick über die umliegenden Felder bis hin zur Frankfurter Skyline. Damit verbindet sich die historische Erinnerung mit der Gegenwart der Metropolregion Rhein-Main. Die Installation ist ganzjährig zugänglich und Teil des kulturellen Erlebnisangebots des Regionalparks RheinMain. In unmittelbarer Nähe befinden sich weitere Erlebnispunkte wie das Äppelwoibrückchen in der Steinbachaue, das den Weg nach Frankfurt-Praunheim erschließt.