Kirche gegen sexualisierte Gewalt
Highlights
- Seit 2018 gilt in Hamburgs Kirchen eine Ausführungsverordnung zum Präventionsgesetz gegen sexualisierte Gewalt.
- Die EKD führte 2021 ein verbindliches Abstinenz- und Abstandsgebot für Pfarrer*innen im Pfarrdienstgesetz ein.
- Die Nordkirche entwickelte 2012 mit Betroffenen ein Konzept für Unterstützungsleistungen für Opfer sexualisierter Gewalt.
Tipps
- Der Besuch der Kirche erfolgt unter Einhaltung der geltenden staatlichen Gesetze und Verordnungen, insbesondere des Präventionsgesetzes sowie des Pfarrdienstgesetzes der EKD.
- Seit 2021 gelten für Pfarrer*innen verbindliche Dienstpflichten wie das Abstinenz- und Abstandsgebot, die im Rahmen der kirchlichen Arbeit berücksichtigt werden.
Eigenschaften
Kirche Altona: Gegen sexualisierte Gewalt
In Altona hat sich die Kirche gegen sexualisierte Gewalt als zentraler Ort für Aufklärung, Prävention und Unterstützung etabliert. Die evangelisch-lutherische Gemeinde reagiert damit auf eine gesellschaftliche Herausforderung, die auch kirchliche Institutionen seit Jahren beschäftigt. Seit der Einführung des Präventionsgesetzes im Jahr 2018 gelten für kirchliche Einrichtungen in Deutschland strenge rechtliche Vorgaben, die auch die Arbeit der Altonaer Gemeinde prägen. Diese Verordnung verpflichtet dazu, klare Strukturen für den Schutz vor sexualisierter Gewalt zu schaffen – ein Ansatz, der sich eng an staatliche Standards orientiert.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Prävention und der Sensibilisierung der Gemeinde. Seit 2021 ist im Pfarrdienstgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) das sogenannte Abstinenz- und Abstandsgebot verankert. Damit wird sichergestellt, dass Pfarrer*innen in ihrer beruflichen Rolle keine Machtgefälle ausnutzen dürfen, um sexualisierte Gewalt zu verhindern. Diese Regelung unterstreicht die Verpflichtung der Kirche, Verantwortung für den Schutz aller Mitglieder zu übernehmen – insbesondere von vulnerablen Gruppen wie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Abhängigkeitsverhältnissen.
Die Nordkirche, zu der auch Altona gehört, hat gemeinsam mit Betroffenen bereits 2012 ein innovatives Konzept für „Unterstützungsleistungen für Opfer sexualisierter Gewalt“ entwickelt. Dieses Konzept sieht nicht nur die Aufklärung über Rechte und Hilfsangebote vor, sondern auch konkrete Begleitung für Betroffene. Die Kirche gegen sexualisierte Gewalt in Altona fungiert dabei als Anlaufstelle, die Brücken zwischen Betroffenen, Fachberatungsstellen und rechtlichen Instanzen schlägt. Durch die Zusammenarbeit mit externen Expert*innen und der PIH (Präventions- und Interventionsstelle der EKD) werden nachhaltige Lösungen erarbeitet, um sexualisierte Gewalt in kirchlichen Räumen zu bekämpfen.
Ein zentrales Anliegen der Initiative ist die Transparenz und Partizipation. Betroffene werden aktiv in die Entwicklung von Präventionsstrategien einbezogen, um sicherzustellen, dass Maßnahmen wirklich wirksam sind. Gleichzeitig wird durch Schulungen und Informationsveranstaltungen die gesamte Gemeinde für das Thema sensibilisiert. Die Kirche gegen sexualisierte Gewalt in Altona zeigt damit, wie eine moderne, verantwortungsvolle Kirche mit gesellschaftlichen Herausforderungen umgeht – stets im Einklang mit rechtlichen Vorgaben und dem Wunsch nach einem sicheren Raum für alle Gläubigen.
Für Besucher*innen und Interessierte bietet der Ort nicht nur die Möglichkeit, sich über Präventionsarbeit zu informieren, sondern auch, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Die Kirche steht dabei für eine Kultur des Schutzes und der Solidarität, die über den religiösen Rahmen hinauswirkt und gesellschaftliche Verantwortung ernst nimmt. Durch ihre offene Haltung und konkreten Maßnahmen leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt – ein Thema, das auch in Altona und der gesamten Region weiterhin dringend Aufmerksamkeit verdient.