Kirche/Kloster

Kirche Beerfelde

Domplatz 10, 15517 Fürstenwalde/Spree

Highlights

  • Die Kirche Beerfelde in Fürstenwalde/Spree wurde 1742 durch Geheimen Rat von Risselmann und 1773 von Landrätin von Selchow in reformiertem Stil ohne Verzierungen erneuert.
  • Der gotische Eingang an der Nordwand und ein Fachwerk-Dachaufbau aus dem 17. Jahrhundert zeugen von der historischen Bausubstanz der Kirche Beerfelde.

Tipps

  • An der Nordwand der Kirche ist ein zugemauerter gotischer Türsturz aus dem Mittelalter noch sichtbar und dokumentiert die ursprüngliche Bauweise.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakral: Kirche Beerfelde Fürstenwalde/Spree

Die Kirche Beerfelde in Fürstenwalde/Spree ist ein historisches Juwel mit einer bewegten Vergangenheit und architektonischen Besonderheiten, das tief in der regionalen Kirchen- und Baugeschichte verwurzelt ist. Gegründet im Rahmen des einstigen Bistums Lebus, das 1124/1125 entstand und 1598 wieder aufgelöst wurde, spiegelt die Kirche die reformierte Tradition wider, die sich hier besonders einfach und schlicht manifestierte. Die Baupatrone wie der Geheimrat von Risselmann und die Landrätin von Selchow sorgten im 18. Jahrhundert für eine grundlegende Restaurierung – stets unter Verzicht auf aufwendige Verzierungen, wie es für die reformierte Kirchenbaukunst typisch war.

Ein besonderes Merkmal der Kirche ist ihr historischer Turm, der mit einem quadratischen Fachwerkaufbau über der Westfront aufwartet. Dieser stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und ist ein seltener Zeuge der regionalen Holzbaukunst. An der Nordwand ist zudem noch der zugemauerte Eingang einer alten gotischen Tür erhalten – ein Relikt aus einer früheren Bauphase, das auf die langjährige Entwicklung des Gotteshauses hinweist. Die Substanz des Turms wurde in den letzten Jahrzehnten mehrfach gesichert, darunter durch umfangreiche Reparaturen ab 1993, die von verschiedenen Förderern wie dem Kirchenkreis Oderland-Spree und der Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz unterstützt wurden.

Die Kirche Beerfelde ist Teil eines reichen kulturellen Erbes, das das ehemalige Bistumsgebiet Lebus bis heute prägt. Obwohl das Bistum selbst bereits im 16. Jahrhundert unterging, haben sich in Fürstenwalde und Umgebung beeindruckende Sakralbauten erhalten – von prächtigen Stadtkirchen bis zu bescheidenen ländlichen Gotteshäusern. Die Kirche Beerfelde gehört zu diesen „entdeckten Schätzen“ und lädt mit ihrer schlichten Eleganz und den Spuren vergangener Epochen zum Verweilen ein. Besonders die Kombination aus reformierter Tradition, Fachwerkarchitektur und den erhaltenen Resten gotischer Bauteile macht sie zu einem faszinierenden Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte und Architekturbegeisterte.

Die sorgfältige Erhaltung der Kirche – etwa durch die Neudeckung des Daches 1999 oder die Restaurierung des Fachwerkgerüsts – unterstreicht ihren Wert als kulturelles Erbe. Sie steht symbolisch für die lebendige Verbindung von Geschichte und Gegenwart in Fürstenwalde/Spree und zeigt, wie ländliche Sakralbauten trotz wechselvoller Zeiten ihre Bedeutung bewahren. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Kirchengänger, sondern für alle, die an der Vielfalt der regionalen Baugeschichte teilhaben möchten.

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