Kirche Neuendorf im Sande
Highlights
- Feldsteinbau aus dem 12.–13. Jahrhundert, nach Hussitenzerstörung 1432 zwischen 1455 und 1483 mit mittelalterlichem Steinmaterial neu errichtet.
- Nur eine der drei Glocken (gegossen 1537 in Stuttgart) ist erhalten; der Turm zeigt Fachwerk aus dem 17./18. Jahrhundert und einen zugemauerten gotischen Eingang.
- Nach 1993 umfassend saniert, darunter Dachneudeckung 1999, mit Fördermitteln von Kirchenkreis, Landeskirche und lokalen Stiftungen.
Tipps
- Der historische Feldsteinbau aus dem 15. Jahrhundert zeigt an der Nordwand einen zugemauerten gotischen Eingang, der auf die ursprüngliche Bauweise hinweist.
- Die erhaltene Glocke aus dem Jahr 1537 stammt aus Stuttgart und ist ein bedeutendes Zeugnis der mittelalterlichen Kirchenkunst in der Region.
- Die seit 1993 durchgeführten Sanierungen und Restaurierungen haben den Fachwerkaufbau des Turms sowie den Außenputz originalgetreu instand gesetzt und erhalten.
Eigenschaften
Kirche Neuendorf im Sande – Sakrale Kultur in Fürstenwalde/Spree
Die Kirche Neuendorf im Sande in Fürstenwalde/Spree ist ein historisches Juwel aus dem 15. Jahrhundert und ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst. Der aus sorgfältig behauenen Feldsteinen errichtete Feldsteinbau entstand nach der Zerstörung durch die Hussiten im Jahr 1432 zwischen 1455 und 1483. Dabei wurde das originale Steinmaterial wiederverwendet, während die Fensterflächen deutlich vergrößert wurden. Das Gebäude verkörpert damit die typischen Merkmale spätmittelalterlicher Sakralarchitektur in der Region.
Besonders auffällig ist der quadratische Dachaufbau aus Fachwerk über der Westfront, der dem Bau eine markante Silhouette verleiht. An der Nordwand ist noch der zugemauerte Eingang einer alten gotischen Tür erkennbar, ein Hinweis auf die ursprüngliche Gestalt des Gotteshauses. Von den ursprünglich drei Glocken ist nur eine erhalten, die 1537 in Stuttgart gegossen wurde. Im Inneren prägt eine schlichte, reformierte Ausstattung den Raum – geprägt durch die Patenschaften des Geheimen Rats von Risselmann und der Landrätin von Selchow, die im 18. Jahrhundert für den Erhalt sorgten.
Die Kirche gehört zum Bistum Lebus, dessen Geschichte eng mit der Region verbunden ist. Obwohl die Diözese bereits 1598 aufgelöst wurde, blieb ihr architektonisches Erbe erhalten – darunter auch ländliche Gotteshäuser wie die Kirche Neuendorf im Sande. Seit 1993 wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, finanziert durch den Kirchenkreis Oderland-Spree, die Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz sowie lokale Fördermittel. Dabei wurden das Dach erneuert, das Fachwerk stabilisiert und der Außenputz restauriert, um das Bauwerk für zukünftige Generationen zu bewahren.
Die Kirche ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein bedeutendes Kulturdenkmal mit regionaler Identität. Sie lädt Besucher ein, die Spuren einer wechselvollen Geschichte zu entdecken – von den Hussitenkriegen über die Reformation bis hin zu den modernen Erhaltungsbemühungen. Als Teil des reichen kunsthistorischen Erbes des ehemaligen Bistums Lebus steht sie für die Vielfalt sakraler Bauwerke in der Region, die von prächtigen Stadtkirchen bis zu bescheidenen Feldsteinkirchen reichen.
Mit ihrem einzigartigen Fachwerkaufsatz, den historischen Steinen und der schlichten, aber eindrucksvollen Innenraumgestaltung verkörpert die Kirche Neuendorf im Sande die stille Schönheit ländlicher Sakralarchitektur. Sie ist ein Muss für alle, die sich für die Baugeschichte und den kulturellen Reichtum Fürstenwalde/Spree interessieren – und ein Beispiel dafür, wie sorgfältige Restaurierung historische Zeugnisse bewahrt.