Denkmal/Gedenkstätte

Julian-Stein

Unter den Linden, 21435 Stelle

Highlights

  • Im Jahr 2005 erinnerte Gerhard Rieckmann in einer Veröffentlichung an die Ermordung des polnischen Zwangsarbeiters Milejski in Stelle 1942.
  • Ein Gedenkstein für den ermordeten Polen Julian Milejski wurde 2003 von einer Stelle-Bürgerin vorgeschlagen, aber vom Verwaltungsausschuss abgelehnt.

Tipps

  • Der Gedenkstein erinnert an den ermordeten Zwangsarbeiter Milejski und wird durch eine historische Tafel im Umfeld des ehemaligen Lagers kontextualisiert.
  • Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen die Erkundung des Geländes ohne Hindernisse.
  • Parkplätze in unmittelbarer Nähe des Gedenkorts sind speziell für rollstuhlgerechten Zugang angelegt und gut ausgeschildert.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Julian-Stein in Stelle entdecken

Der Julian-Stein in Stelle ist ein bedeutender Gedenkort, der an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert und insbesondere an den ermordeten polnischen Zwangsarbeiter Milejski gewidmet ist. Der Name ehrt den jungen Polen, dessen Schicksal durch die Initiative einer Stelleaner Einwohnerin wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurde. Nach einer Veröffentlichung des Gemeindearchivars Gerhard Rieckmann über die nationalsozialistische Vergangenheit von Stelle – darunter die Ermordung Milejskis im Jahr 1942 – entstand die Idee, einen Gedenkstein zu errichten. Dieser Stein symbolisiert die Erinnerung an die vielen Zwangsarbeiter und Opfer, die während des Zweiten Weltkriegs in der Region leiden mussten.

Stelle war während des Nationalsozialismus Teil eines Netzwerks von Konzentrationslager-Außenlagern, insbesondere des KZ Sachsenhausen. Ab 1938 diente das Gelände als Außenlager für Zwangsarbeiter, die unter unmenschlichen Bedingungen für die Rüstungsproduktion arbeiten mussten. Nach der Umwidmung des Lagers zu einem selbstständigen Betrieb wurde die Produktion von Ziegeln für die Führerbauten am Elbufer zur Hauptaufgabe. Die Bedingungen waren extrem, und viele Häftlinge, darunter auch polnische Zwangsarbeiter wie Milejski, fanden hier ihren Tod. Die Erinnerung an diese Verbrechen ist bis heute zentral für den Gedenkort Julian-Stein.

Der Julian-Stein ist als Gedenkpark gestaltet und bietet Besuchern einen Ort der Reflexion und des Gedenkens. Das Gelände ist rollstuhlgerecht zugänglich, sowohl der Eingang als auch der Parkplatz, um eine breite Zielgruppe anzusprechen. Der Name Julian-Stein verweist auf den jungen Polen, dessen Schicksal exemplarisch für die vielen ungenannten Opfer steht. Durch die Aufarbeitung der lokalen Geschichte wurde der Gedenkort zu einem wichtigen Lernort, der die Verantwortung für die Vergangenheit thematisiert und die Erinnerung an die Opfer wachhält.

Der Julian-Stein steht in der Tradition anderer Gedenkstätten, die sich mit der NS-Geschichte befassen, etwa die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig. Ähnlich wie diese lokalen Initiativen erinnert der Julian-Stein daran, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht nur in großen Lagern, sondern auch in kleineren Orten wie Stelle stattfanden. Der Gedenkpark dient somit als Mahnmal und mahnt dazu, die Erinnerung an die Opfer nicht zu vergessen. Durch seine Gestaltung und Zugänglichkeit wird er zu einem Ort der Begegnung und des Gedenkens für alle, die sich mit der Geschichte auseinandersetzen möchten.

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