Roland
Eigenschaften
Über Roland
Der Stendaler Roland ist eine der bedeutendsten kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten der Hansestadt Stendal und steht als Symbol für die städtische Selbstständigkeit und Rechte, die im Mittelalter erkämpft wurden. Errichtet im Jahr 1525 während der Regentschaft von Kurfürst Joachim I., verkörpert die steinerne Kolossalfigur nicht nur ein architektonisches, sondern vor allem ein politisches Statement: Sie gilt als „signum libertatis“ – Zeichen der Freiheit. Mit seiner beeindruckenden Gesamthöhe von 9,43 Metern, wobei die reine Figur 5,96 Meter misst, thront der Roland auf einem schmucken Sockel und hält ein über vier Meter langes Schwert in der Hand, das sowohl Macht als auch den Schutz der Bürger darstellt.
Die Geschichte des Stendaler Rolands ist eng verknüpft mit der Entwicklung der Stadt selbst. Bereits im 12. Jahrhundert erhielt Stendal das Magdeburger Recht, was weitreichende Privilegien und die Eigenständigkeit der Stadt innerhalb der damaligen Landesherrschaft bedeutete. Nach einem turbulenten Zeitraum im späten 15. Jahrhundert, in dem diese Rechte teilweise entzogen wurden, gelang es den Bürgern unter Joachim I. erneut, wichtige Gerichtsbarkeiten zurückzugewinnen. Der Bau des steinernen Rolands markierte diesen Sieg der Bürger über die Obrigkeit und sollte als bleibendes Zeugnis dieser Errungenschaft dienen.
Ob es vor 1525 bereits einen hölzernen Roland gab, ist nicht überliefert, jedoch durchaus möglich, da dies in vielen Städten der Fall war. Die heutige Version des Rolands wurde 1974 von der Bildhauerwerkstatt des damaligen VEB Denkmalpflege in Magdeburg unter Verwendung originärer Bauteile an seinem historischen Standort neu errichtet. Grund dafür war der schwere Orkan von November 1972, der das Original in seiner Stabilität schwer beschädigte. Teile des alten Rolands finden sich heute im Altmärkischen Museum sowie im Musikforum der Katharinenkirche. Der Roland genießt bei den Stendalern große Beliebtheit und wurde mehrfach restauriert, zuletzt im Jahr 2014.
Bereits seit 1967 wird dem Roland mit dem Stendaler Rolandfest ein eigenes Stadtfest gewidmet, bei dem die Bedeutung des Denkmals für die Identität der Stadt besonders hervorgehoben wird. Im Jahr 2025 wird ein weiteres Jubiläum gefeiert: 500 Jahre Stendaler Roland. Dazu ist eine ganze Reihe von Veranstaltungen geplant, die nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen aus nah und fern anziehen sollen. Der Roland bleibt damit nicht nur ein Zeuge der Geschichte, sondern auch ein lebendiger Teil des kulturellen Lebens in Stendal.
Als kulturelles Denkmal steht der Roland im Zentrum der Stadt und lädt Besucher dazu ein, die historische Bedeutung des Ortes zu erfahren. Seine monumentale Erscheinung macht ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil jeder Stadtrundfahrt oder kulturhistorischen Wanderung durch die Altmark. Mehr Informationen zu Öffnungszeiten und Führungen erhält man bei der Tourist-Information der Hansestadt Stendal.