Ruine

Burgruine Nellenburg

78333 Stockach

Highlights

  • Die Burgruine Nellenburg liegt westlich von Stockach auf einem Molassesporn und war Sitz der Grafen von Nellenburg.
  • Erstmals erwähnt 1056, diente sie als Machtzentrum der Landgrafschaft Nellenburg und wurde mehrfach zerstört und aufgebaut.
  • Heute gehört das Gelände zu Baden-Württemberg und bietet einen Rundblick über Bodensee, Hegau und die Alpen.

Tipps

  • Besuch im Spätherbst bis April ist ratsam, da der Bewuchs geringer ist und die Ruine besser erkundet werden kann.
  • Aussichtspunkt bietet bei klarem Wetter Panorama über Bodensee, Hegau und die Alpen bis ins Elsass.
  • Wanderweg zur Burgruine ist kurz, aber teilweise schlecht beschildert – vorherige Routenplanung empfehlenswert.

Eigenschaften

Outdoor Entspannt Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Burgruine Nellenburg

Die Burgruine Nellenburg liegt westlich der Stadt Stockach im Landkreis Konstanz, Baden-Württemberg, auf einem Molassesporn in unmittelbarer Nähe zum Nellenburger Berg, dem örtlichen Hausberg. Die frühmittelalterliche Spornburg, die erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt wurde, thront auf 613 Metern über Normalhöhennull und bot einst einen strategisch günstigen Blick über den Hochrhein sowie weite Teile des Bodensees. Die Ruine markiert das ehemalige Zentrum der Landgrafschaft Nellenburg, die über mehrere Jahrhunderte hinweg von den Grafen von Nellenburg und später von verschiedenen Adelsgeschlechtern beherrscht wurde.

Die Geschichte der Burg reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Sie war Sitz eines einflussreichen Grafengeschlechts, das eng mit den Burchardingern verbunden war und maßgebliche politische und religiöse Impulse setzte, darunter die Gründung des Benediktinerklosters Allerheiligen in Schaffhausen. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach: von der älteren Linie der Nellenburger Grafen über die Herren von Veringen und Tengen bis hin zu den Habsburgern, die die Grafschaft im 15. Jahrhundert erwarben. Die Burg selbst wurde mehrfach belagert und teilweise zerstört, unter anderem durch Herzog Albrecht von Österreich, der 1291 einen runden Turm durch Untermine zum Einsturz brachte.

Im 16. Jahrhundert befand sich die Burg in schlechtem baulichen Zustand und wurde schließlich 1782 endgültig abgebrochen. Heute sind nur noch geringe Reste der ehemaligen Befestigungsanlagen und Gebäude erhalten, darunter einige Außenmauern sowie die Fundamente eines runden Turmes oder Wirtschaftsgebäudes. Dennoch zieht die Ruine Besucher an, die sich für die Regionalsgeschichte interessieren oder die weite Aussicht genießen möchten. Von der Anhöhe erstreckt sich bei klarem Wetter ein Panorama, das bis zu den Schweizer, österreichischen und sogar französischen Alpen reicht – ein seltener visueller Genuss in dieser Region.

Ein Besuch der Burgruine besonders in Verbindung mit einer Wanderung durch das angrenzende Naturschutzgebiet. Der Aufstieg zur Ruine ist kurz, aber steil, und der Weg durch den Wald ist nicht immer gut beschildert, weshalb eine vorherige Routenplanung empfehlenswert ist. Die beste Zeit für einen Besuch ist zwischen Spätherbst und Frühjahr, da der Bewuchs im Sommer den Zugang zum Gelände erschweren kann. Die Ruine selbst ist klein, doch die Atmosphäre und der historische Kontext machen den Ort zu einem interessanten Ziel für Kultur- und Geschichteinteressierte.

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