Ruine - Alte Stromburg auf dem Pfarrköpfchen
Highlights
- Erste urkundliche Erwähnung der Alten Stromburg als Vorgängerburg der heutigen Stromburg im Jahr 1056 – Stammsitz der Grafen von Stromburg.
- Ab dem 12. Jahrhundert aufgegeben zugunsten der strategisch günstigeren Stromburg auf dem Schlossberg; Reste durch Kalksteinbruch im 19. Jh. gefährdet.
- Seit 1984 laufende archäologische Ausgrabungen durch den Archäologieverein ARRATA dokumentieren die salische Burggeschichte.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Parkplatz ermöglicht eine einfache Anreise und sichert ausreichend Stellplätze für Besucher.
- Die Ausgrabungen ab 1984 bieten Einblicke in die historische Bausubstanz und die Entwicklung der Anlage über Jahrhunderte.
- Die Verbindung zur Stromburg auf dem Schlossberg zeigt die strategische Bedeutung der Region für mittelalterliche Herrschaftsstrukturen.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Stromberg: Ruine Alte Stromburg
Die Ruine der Alten Stromburg auf dem Pfarrköpfchen in Stromberg ist ein faszinierendes Zeugnis mittelalterlicher Burgenbaukunst und regionaler Geschichte. Als Vorgängerbau der später errichteten Stromburg auf dem Schlossberg markiert sie den Beginn einer bedeutenden Adelsdynastie in der Region. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1056, als ein Graf Bertold „von Stromburg“ als Zeuge in einer kaiserlichen Urkunde genannt wird. Er gilt als Stammvater der später so genannten Wild-, Rhein-, Rau- und Grafen von Veldenz und prägte damit die politische Landschaft des Mittelalters in dieser Gegend.
Die Burg entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer strategisch wichtigen Anlage, doch bereits im 12. Jahrhundert wurde sie zugunsten der neu errichteten Stromburg auf dem höher gelegenen Schlossberg aufgegeben. Die Gründe dafür lagen in der besseren Verteidigungslage und der zentralen Lage der neuen Festung. Die Alte Stromburg verblieb zwar im Besitz der Grafen, doch ihr Bauzustand verschlechterte sich zunehmend. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Bestand durch einen Kalksteinbruch weiter reduziert, der Teile der Ruine abtragen ließ.
Seit 1984 führen systematische Ausgrabungen des Archäologievereins ARRATA unter der Federführung der Verbandsgemeinde Langenlohnsheim-Stromberg Licht ins Dunkel der Vergangenheit. Die Grabungen deckten spätsalische Bauphasen auf und bestätigten die Bedeutung der Anlage als frühe Residenz der Stromburger Grafen. Die Funde belegen, dass die Burg bereits im 11. Jahrhundert eine bedeutende Rolle spielte und als Verwaltungs- und Herrschaftszentrum diente. Besonders die Verbindung zur salischen Kaiserzeit unterstreicht ihren historischen Wert.
Heute ist die Ruine ein beliebtes Ziel für Geschichtsinteressierte und Wanderer. Die Anlage ist Teil des Hildegard-Pilgerwanderwegs und bietet einen Einblick in die mittelalterliche Burgenarchitektur. Trotz der nur noch fragmentarisch erhaltenen Mauern vermittelt die Ruine ein lebendiges Gefühl für die einstige Macht und Bedeutung der Stromburger Grafen. Die Ausgrabungsstätte ist rollstuhlgerecht zugänglich, und ein Parkplatz in der Nähe ermöglicht einen unkomplizierten Besuch.
Für Besucher, die sich tiefergehend mit der Geschichte der Region beschäftigen möchten, werden regelmäßig Sonderausstellungen angeboten. Diese richten sich besonders an Geschichtsbegeisterte und bieten Einblicke in die neuesten Forschungsergebnisse. Die Alte Stromburg bleibt damit nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein lebendiges Archiv regionaler Identität und kulturellen Erbes.