Denkmal/Gedenkstätte

Leichtweißhöhle

65195 Wiesbaden

Highlights

  • Die Leichtweißhöhle im Wiesbadener Nerotal wurde von 1789 bis 1791 vom Wilddieb Heinrich Anton Leichtweiß als Unterschlupf genutzt.
  • 1934 diente die Höhle der Gestapo als Folterkeller, später verlor sie an Bedeutung und wurde 1983 restauriert.

Tipps

  • Die Leichtweißhöhle ist ein kurzer, aber lohnenswerter Ausflug am Rabengrund, ideal für Spaziergänge mit oder ohne Hund.
  • Ein Parkplatz in unmittelbarer Nähe ermöglicht bequemes Anreisen, Alternativroute über Nerobergbahn möglich.
  • Kleine historische Ausstattung mit romantisch gestalteten Elementen – ehemaliger Schlafraum und Waffen zu sehen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Leichtweißhöhle

Die Leichtweißhöhle befindet sich im Wiesbadener Nerotal und zählt zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Benannt ist sie nach Heinrich Anton Leichtweiß, einem Wilddieb, der die Höhle Anfang des 19. Jahrhunderts als Unterschlupf nutzte. Waldarbeiter entdeckten ihn durch aufsteigenden Rauch, woraufhin die Höhle bekannt wurde. Ursprünglich handelt es sich um einen natürlichen Felsüberhang – einen sogenannten Abri – im örtlichen Schiefergestein, das nicht zur Höhlenbildung geeignet ist. Weitere Höhlen in der Umgebung gibt es nicht.

Im Zuge des Aufstiegs Wiesbadens als Kurbad wurde die Leichtweißhöhle im 19. Jahrhundert zu einer touristischen Attraktion umgebaut. Der Wiesbadener Verschönerungsverein ließ die Höhle gezielt ausbauen: Neben einem zweiten Eingang entstand ein seitlicher Raum sowie eine mit Moos ausgelegte Nische, die als Leichtweiß’ Schlafstätte präsentiert wurde. Die Höhle erhielt eine romantische Inszenierung durch Dekorationen wie alte Waffen und Bilder. Auch der vorbeifließende Schwarzbach wurde gestalterisch aufgewertet: Ein künstlicher Wasserfall und eine Holzbrücke über den Bach gehörten ebenso zum Gesamtbild wie ein Aussichtspavillon oberhalb der Höhle und ein Holzvorbau am Eingang.

Die Höhle wurde im Lauf der Zeit Schauplatz unterschiedlicher Ereignisse: 1905 stattete Kaiser Wilhelm II. gemeinsam mit seiner Gattin der Höhle einen Besuch ab. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Ort von der Gestapo als Folterkeller missbraucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Höhle zunehmend an Bedeutung, wurde geschlossen und fiel dem Verfall anheim. Vandalismus und unerlaubte Nutzung führten zu erheblichen Schäden an den Außenanlagen. Erst 1983 erfolgte eine umfassende Erneuerung des Eingangs, seitdem wird die Höhle regelmäßig für Besuche geöffnet.

Die Leichtweißhöhle ist heute ein kulturhistorischer Ort am Rand des Naturgebiets Rabengrund. Sie ist über Wege erreichbar, die vom Neroberg aus führen, und bietet Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe. Wanderer, Familien mit Kindern sowie Hundeführer nutzen den Ausflugsort. Der Besuch erfolgt gegen Spende, die dem Erhalt des Denkmals dient. Die Höhle vermittelt einen Einblick in verschiedene Epochen der Stadtgeschichte – vom Leben eines Wilddiebs über die Kurbadästhetik des 19. Jahrhunderts bis hin zu dunklen Kapiteln des 20. Jahrhunderts.

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