Heimat-und Hugenottenmuseum Friedrichstal
Highlights
- Das Museum zeigt originale Hugenotten-Exponate aus der Picardie, darunter Trachten, Bibeln und den Planwagen der Fluchtflüchtlinge ab 1699.
- Im historischen Schulhaus (1873) sind eine rekonstruierte Lehrerwohnung mit Jahrhundertwende-Interieur und ein originalgetreues Klassenzimmer zu besichtigen.
- Ausstellung zu Ortsgeschichte, Römerstraße, Kriegen und lokaler Wirtschaft – darunter ein Webstuhl und Heiratsurkunde des ersten Bürgermeisters Jacques de Gorenflo (1671)
Tipps
- Der Besuch des Museums ermöglicht einen Einblick in die Alltagsgeschichte der Hugenotten durch originale Exponate wie Webstühle und Trachten aus der Picardie.
- Im historischen Klassenzimmer wird die pädagogische Nutzung des Schulhauses aus dem Jahr 1873 durch authentische Möbel und Unterrichtsmaterialien nachvollziehbar.
- Die Vitrinen präsentieren neben religiösen Gegenständen wie einer Calvin-Bibel auch Dokumente zur Ortsgeschichte, darunter Heiratsurkunden und Münzen aus verschiedenen Epochen.
Eigenschaften
Hugenottenmuseum Friedrichstal – Kulturausflug Stutensee
Das Heimat- und Hugenottenmuseum Friedrichstal in Stutensee-Friedrichstal ist ein lebendiges Zeugnis der regionalen Geschichte und der besonderen Verbindung zur hugenottischen Vergangenheit. Eingesiedelt in einem historischen Schulgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert, bietet das Museum einen faszinierenden Einblick in das Leben der Hugenotten, die 1699 die Gemeinde gründeten. Besonders prägend ist die Ausstellung zur Ortsgeschichte, die eng mit den Neusiedlern aus der Picardie verknüpft ist – der Heimat des ersten Bürgermeisters Jacques de Gorenflo, dessen Heiratsurkunde aus Amiens (1671) ebenfalls Teil der Sammlung ist.
Im Mittelpunkt stehen authentische Exponate wie ein originaler Planwagen aus der Picardie, der an die Flucht der Hugenotten erinnert, sowie historische Handwerksgeräte wie Webstühle und Textilbearbeitungswerkzeuge. Diese zeigen die handwerklichen Traditionen der Siedler, die sich in Friedrichstal niederließen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Hugenottentrachten und alte Kleidungsstücke, die das Alltagsleben der Zeit verdeutlichen. Vitrinen widmen sich zudem Themen wie Bibeln, Mineralien, der Römerstraße in der Region oder historischen Münzen – ein breites Spektrum, das die Vielfalt der Ortsgeschichte abbildet.
Ein besonderes Highlight ist die ehemalige Lehrerwohnung im Erdgeschoss, die originalgetreu in das Leben um die Jahrhundertwende versetzt. Hier sind Küche, Waschküche, Schlafzimmer und ein historisches Klassenzimmer nachgestellt – ein eindrucksvoller Kontrast zur heutigen Schulpraxis. Die Einrichtung fördert nicht nur das historische Verständnis, sondern stärkt auch die Verbindung zum lokalen Bildungswesen. Besonders Kinder profitieren von den geführten Touren, die spielerisch die Geschichte lebendig werden lassen.
Die Entstehung des Museums ist eng mit dem Engagement eines Vereins verbunden, der seit den 1970er Jahren die Sammlung und Präsentation historischer Gegenstände vorantreibt. Nach der Eröffnung des Museums wurde die Partnerschaft mit dem französischen Ort Saint-Riquier (Picardie) vertieft, was die internationale Dimension der hugenottischen Geschichte unterstreicht. Die aktiven Mitglieder arbeiten kontinuierlich an der Erweiterung der Dauerausstellung, Sonderausstellungen und öffentlichen Veranstaltungen – stets mit dem Ziel, das kulturelle Erbe Friedrichstals zu bewahren und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Wer sich für regionale Geschichte, handwerkliche Traditionen oder die Spuren der Hugenotten interessiert, findet im Heimat- und Hugenottenmuseum Friedrichstal eine reichhaltige Sammlung, die zum Verweilen und Entdecken einlädt. Die Vielfalt der Exponate und die lebendige Aufbereitung machen jeden Besuch zu einem besonderen Erlebnis – ein Museum, das mit seiner Detailfülle und Authentizität überzeugt und zum Wiederkommen motiviert.