Denkmal/Gedenkstätte

"Wegezeichen 1" by Otto Herbert Hajek

Am Hbf, 70173 Stuttgart

Highlights

  • Das 1979 von Otto Herbert Hajek geschaffene ‚Wegezeichen 1‘ markiert den Zugang zum Bankeingang und symbolisiert zugleich den Übergang ins durch Stuttgart 21 entstandene Stadtviertel.
  • Hajek integrierte eine handgeritzte Botschaft in die Gussform – eine seltene Technik, die das Werk zu einem einzigartigen Kunstobjekt im öffentlichen Raum macht.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Wegezeichen 1 – Kulturdenkmal Stuttgart

Das „Wegezeichen 1“ von Otto Herbert Hajek ist ein markantes Kunstwerk im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts Stuttgart 21 und fungiert als mehrdeutiges Symbol für Orientierung und Transformation. Als Teil des öffentlichen Raums verbindet es funktionale und künstlerische Elemente: Während es praktisch den Weg zum Bankeingang weist, trägt es gleichzeitig eine tiefere Bedeutung – ähnlich einer Inschrift auf einem Denkmal. Hajek nutzte dabei eine besondere Technik, indem er mit dem Finger Botschaften in die weiche Gussform ritzte, was dem Werk eine individuelle, fast handschriftliche Note verleiht.

Das Werk entstand in den 1970er-Jahren und gehört zu den über 450 Kunstwerken im öffentlichen Raum Stuttgarts, die seit 1950 entstanden sind. Der Fachbereich Kunst im öffentlichen Raum (KiöR) der Stadt setzt sich seit seiner Gründung dafür ein, solche Werke zu erhalten, zu pflegen und durch Vermittlungsangebote einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wegezeichen 1“ ist dabei ein Beispiel für die Vielfalt der künstlerischen Beiträge, die Stuttgart als lebendige Kulturlandschaft prägen – besonders im Kontext der städtebaulichen Veränderungen durch Stuttgart 21.

KiöR verfolgt einen prozesshaften Ansatz, der Kunst im öffentlichen Raum als festen Bestandteil des städtischen Lebens verankern will. Dazu gehören regelmäßige Reinigungen, Restaurierungen und thematische Schwerpunkte, etwa zur Stadtentwicklung oder Ökologie. Seit Bestehen wurden bereits rund 20 Werke restauriert oder gepflegt, darunter auch historisch bedeutende Skulpturen wie die 2024 unter Denkmalschutz gestellte Arbeit „Lobotchevsky“ von Mark di Suvero. Durch Kooperationen mit Künstler*innen und Expert*innen aus der Kunstvermittlung entstehen zudem neue Perspektiven – etwa durch geführte Touren, digitale Archive oder inklusive Formate wie audiodeskriptive Spaziergänge.

Besonders interessant ist die Verbindung von Hajeks Werk zu aktuellen Debatten um Denkmalpflege und Urbanität. Die Kunsthistorikerin Mechtild Widrich thematisiert in ihrem Buch „Monumental Cares“ die Bedeutung von Kunstwerken als „Ortsmarkierungen“ (Ortspezifizität) und ihre Rolle in globalen Diskursen wie Klimakrise oder Migration. „Wegezeichen 1“ spiegelt diese Dynamik wider: Es ist nicht nur ein Wegweiser, sondern ein ästhetischer Impulsgeber, der die Stadtgesellschaft zum Dialog einlädt – zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Funktion und Symbolik.

Wer das Werk näher erkunden möchte, findet im digitalen Archiv des Fachbereichs KiöR umfassende Informationen zu Entstehung, Pflege und künstlerischem Kontext. Zudem bieten geführte Touren oder selbstentdeckte Routen durch Stuttgart-Mitte die Möglichkeit, weitere bedeutende Kunstwerke im öffentlichen Raum zu entdecken. So wird „Wegezeichen 1“ zum Teil eines größeren Narrativs: eines Stuttgarts, das Kunst als lebendigen Teil seiner Identität begreift.

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