Hilde Kahn
Highlights
- Hilde Kahn wuchs in Stuttgart auf und verbrachte dort eine glückliche Kindheit.
- Sie lebte mit ihrer Familie in der Stitzenburgstraße 17, ehe die Nazis sie deportierten.
- Hilde Kahn wurde 1942 nach Riga deportiert und fand dort ihren Tod; ein Stolperstein erinnert heute an sie.
Eigenschaften
Über Hilde Kahn
Die Hilde Kahn ist ein bedeutender Ort der Erinnerungskultur in Stuttgart, der an das Schicksal einer jüdischen Familie erinnert, die einst in der Stadt lebte. Die Gedenkstätte befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Stitzenburgstraße 17, wo ein Stolperstein für Hilde Kahn verlegt wurde. Diese Gedenksteine sind Teil eines größeren Projekts der Stadt Stuttgart, das dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gewidmet ist und von verschiedenen Initiativen unterstützt wird, darunter die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.
Hilde Kahn, geboren in eine gläubige jüdische Familie, wuchs gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann Max Kahn in Stuttgart auf. Das Paar führte hier ein Leben geprägt von kultureller Teilhabe und familiären Werten. Hilde war musikalisch begabt und pflegte enge Bindungen zur jüdischen Gemeinde Cannstatts. Zusammen mit Max erzog sie ihre Tochter Hannelore in einer liebevollen Umgebung. Doch mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus wurde ihr Leben zunehmend von Verfolgung und Entrechtung bestimmt. 1941 wurden sie schließlich deportiert, zunächst nach Riga, später in das Konzentrationslager Kaiserwald. Hilde Kahn wurde zuletzt in Dünamünde gesehen, ihr Ehemann Max fand seinen Tod während der NS-Zeit. Beide ruhen in Massengräbern ohne Grabsteine – ihr Andenken wird heute durch die Stolpersteine in Stuttgart wachgehalten.
Die Erinnerung an Hilde und Max Kahn lebt nicht nur durch die physischen Gedenksteine, sondern auch durch kulturelle Formate weiter. So hat das Theater LOKSTOFF! in Kooperation mit der Familie ein Hörstück sowie spezielle Bildungsformate für Jugendliche entwickelt, um die Geschichte der Familie lebendig zu erhalten. Auch ein Film über ihre Tochter Hannelore Marx, der im Rahmen eines Jugendprojekts entstand, trägt dazu bei, die Erinnerung an die Familie in die Gegenwart zu holen. Die Patenschaften für die Stolpersteine von Hilde und Max Kahn durch engagierte Stuttgarter Bürger*innen unterstreichen zudem die Bedeutung des Ortes für die lokale Erinnerungskultur.
Die Hilde Kahn ist somit mehr als nur ein Gedenkstein – sie ist ein Symbol für das jüdische Leben in Stuttgart, für die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus und für die Verpflichtung der Nachwelt, nie zu vergessen. Die regelmäßigen Gedenkveranstaltungen, Vorträge und Bildungsprojekte machen diesen Ort zu einem zentralen Bestandteil der kulturellen und historischen Bildung in der Stadt. Besucher*innen finden hier nicht nur einen Ort der Trauer, sondern auch der Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Wertschätzung des gelebten Lebens vor dem Hintergrund der Schoa.