Holzstele zur ehem. Wasserburg Rohr
Highlights
- Die Holzstele beim Oberen See erinnert an die ehemalige Wasserburg Rohr, die im 13. Jahrhundert entstand.
- Sie steht nahe der Stelle, wo einst die Zugbrücke über den Burggraben führte.
- Die Burg wurde im Reichskrieg 1312 zerstört und später bei einem Großbrand 1553 endgültig vernichtet.
Tipps
- Die Holzstele am Oberen See im Rohrer Park erinnert an die ehemalige Wasserburg Rohr, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde.
- Der Seebuckel ist der künstlich angelegte Hügel, auf dem einst der Wohnturm der Burg stand.
- Ein Rundgang durch den Park ermöglicht den Besuch der beiden Seen sowie des historischen Burghügels.
Eigenschaften
Über Holzstele zur ehem. Wasserburg Rohr
Die Holzstele zur ehemaligen Wasserburg Rohr befindet sich im Stadtbezirk Vaihingen von Stuttgart, genauer im Gelände des heutigen Rohrer Parks. Dieser Park liegt in einer flachen Senke und umgibt zwei kleine Seen: den östlich gelegenen Rohrer See sowie den westlich davon liegenden Oberen See. Auf einer kleinen Insel im Oberen See, dem sogenannten „Seebuckel“, stand einst die mittelalterliche Wasserburg Rohr, eine Turmhügelburg, deren künstliche Hügelform heute noch erhalten ist. Die Holzstele erinnert symbolisch an die ehemalige Burg und ihre Ausstattung, insbesondere an die Zugbrücke, die einst über den umlaufenden Wassergraben führte.
Die Burg entstand vermutlich im 13. Jahrhundert und war Sitz der Herren von Rohr, die als Lehensleute der Pfalzgrafen von Tübingen gelten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Anlage im späten 13. Jahrhundert unter dem Namen „castrum Roristage“. Im Verlauf verschiedener mittelalterlicher Konflikte wurde die Burg mehrfach zerstört, zuletzt möglicherweise während eines Reichskrieges im frühen 14. Jahrhundert. Ein Großbrand im Jahr 1553, der auch das benachbarte Dorf Rohr verwüstete, markierte wohl das endgültige Ende der Burganlage. Heute sind von den ehemaligen Bauten nur noch der künstlich angelegte Hügel und der umlaufende Wassergraben sichtbar, der noch immer über den Schlattbach mit Wasser versorgt wird.
Die Holzstele am Oberen See wurde anlässlich archäologischer Funde aufgestellt, darunter Reste der Zugbrücke, die aus dicken Eichenbalken bestanden. Bei Arbeiten im Burggraben Anfang der 1950er Jahre wurden zudem Keramikscherben, Tierknochen sowie Alltagsgegenstände wie Lampen, Siebe und ein Dolch gefunden. Einige dieser Funde werden heute im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart aufbewahrt. Die Stele selbst trägt geschnitzte Inschriften und erinnert an die ehemalige Funktion der Stelle als wehrhafte Burganlage. Sie steht in unmittelbarer Nähe einer markanten Drillingsbirke und lädt dazu ein, die historische Atmosphäre des Ortes nachzuvollziehen.
Im weiteren Umfeld der ehemaligen Wasserburg wurden im 19. Jahrhundert weitere Bodenfunde dokumentiert, darunter Mauerreste, Hohlziegel, ein Marienbild sowie verschiedene Alltags- und Waffengegenstände, teilweise mit Brandspuren. Ein Reliefstein mit Darstellungen aus dem Leidensweg Christi, 1951 in der Nähe entdeckt, könnte möglicherweise aus einer Burgkapelle stammen. Auch wenn die meisten archäologischen Funde nicht detailliert erfasst wurden und heute verloren sind, zeugen sie doch von der bewegten Geschichte des Ortes und seiner Zerstörung im Laufe der Jahrhunderte.