Nonnenkirchle
Highlights
- Das Nonnenkirchle in Waiblingen ist ein spätgotisches Kirchengebäude aus dem Jahr 1496.
- Es wurde vom Baumeister Hans von Ulm errichtet und dient heute der Michaelskirche für Gottesdienste.
- Im Untergeschoss befindet sich eine historische Grablege, vermutlich des Kirchenstifters.
Tipps
- Das Nonnenkirchle ist ein spätgotisches Kirchengebäude aus dem 15. Jahrhundert und wird heute für kleinere Gottesdienste und Kindergottesdienste genutzt.
- Das Gebäude liegt zentral in Waiblingen, in unmittelbarer Nähe zur Michaelskirche und ist über einen öffentlichen Weg erreichbar.
- Im Untergeschoss befindet sich eine historische Grablege, die auf einen möglichen Stifter der Kirche hinweist.
Eigenschaften
Über Nonnenkirchle
Das Nonnenkirchle in Waiblingen ist ein spätgotisches Kirchengebäude mit einer besonderen historischen und architektonischen Bedeutung. Obwohl der Name vermuten lässt, steht das Bauwerk nicht im direkten Zusammenhang mit Nonnen, sondern erhielt seine Bezeichnung möglicherweise aufgrund seiner Nutzung als Kapelle eines ehemaligen Beginenhauses. Heute wird die evangelische Kirche von der Michaelskirchengemeinde vor Ort für kleinere Gottesdienste sowie Kindergottesdienste genutzt.
Der Bau des Nonnenkirchle wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts durch Hans von Ulm initiiert, einen damals bedeutenden Baumeister der Region. Sein Meisterzeichen im Inneren des Gebäudes datiert auf das Jahr 1510. Die ursprüngliche Funktion des Bauwerks ist bis heute nicht abschließend geklärt. Die Architektur in Form eines Beinhauses mit Unter- und Oberkirche sowie eine im Untergeschoss entdeckte Grablege deuten jedoch auf eine bedeutende Stifterfigur hin, deren Identität bislang unbekannt bleibt.
Einige Indizien sprechen dafür, dass das Nonnenkirchle zeitweise als Wallfahrtsort genutzt wurde. Grundlage hierfür ist unter anderem eine mittlerweile versiegte Quelle, die möglicherweise auf ein altes germanisches Heiligtum zurückgeht, das später christlich überformt wurde. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das zugehörige Beginenhaus zerstört, das Nonnenkirchle selbst blieb jedoch erhalten, geriet im 19. Jahrhundert jedoch zunehmend in Verfall.
Im 20. Jahrhundert wurde das Gebäude umfassend saniert, wodurch es wieder nutzbar gemacht wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus bestand kurzzeitig der Plan, das Nonnenkirchle in eine Heldengedenkstätte umzuwandeln, was sich in einem Pferdekopf am Türschloss widerspiegelt. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und dient als kultureller und sakraler Anziehungspunkt in Waiblingen.