Sternwarte Stuttgart
Highlights
- 1920 gegründet, die älteste Sternwarte Stuttgarts mit historischer Kuppel auf der Uhlandshöhe.
- Rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht barrierefreien Besuch – ideal für Familien und Gruppen.
- Forschung zu Sternbedeckungen seit den 1920ern; heute mit modernem Astrographen und Radioantennen.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Besuch der Sternwarte auf der Uhlandshöhe.
- Bei öffentlichen Führungen wird auf die aktuelle Wetterlage geachtet; bei Bewölkung oder Feiertagen finden keine Beobachtungen statt.
- Die Dauer von Sonnenführungen beträgt etwa 60 Minuten und findet bei Außentemperatur statt, weshalb warme Kleidung empfohlen wird.
Eigenschaften
Sternwarte Stuttgart Ost – Kultur-Ausflug & Denkmal
Die Sternwarte Stuttgart auf der Uhlandshöhe im Stadtteil Stuttgart Ost ist eine der ältesten und traditionsreichsten Sternwarten Süddeutschlands. Gegründet 1920 als Initiative des Vereins Schwäbische Sternwarte e. V. unter der Leitung von Robert Henseling, entstand sie als privates Observatorium auf dem Gelände neben dem seit 1893 bestehenden Trinkwasserbehälter. Ursprünglich als Ort der astronomischen Forschung und Öffentlichkeitsarbeit konzipiert, entwickelte sich die Sternwarte schnell zu einem kulturellen Zentrum für Wissenschaftsbegeisterte und Familien.
Der historische Sternwartenturm wurde zwischen 1921 und 1922 errichtet und markiert bis heute den Eingang des Geländes. Die Kuppel auf der Terrasse beherbergt seit 1951 einen Astrographen, der für wissenschaftliche Beobachtungen genutzt wird. Diese Aktivität festigte den Ruf der Stuttgarter Einrichtung überregional und machte sie zu einem wichtigen Knotenpunkt der Amateurastronomie.
Die Geschichte der Sternwarte war jedoch nicht frei von Herausforderungen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Observatorium 1940 demontiert und die Uhlandshöhe zu einem Flak-Stützpunkt umfunktioniert. Durch Bombenangriffe gingen 1945 große Teile der Instrumente, Aufzeichnungen und sogar das Planetarium im Hindenburgbau verloren. Erst 1947 konnte die Sternwarte wiedereröffnet werden – ein Symbol für den Wiederaufschwung der wissenschaftlichen Gemeinschaft in Stuttgart. In den folgenden Jahrzehnten folgte eine Reihe von Umbauten und Modernisierungen, darunter die Installation eines 7-Zoll-Refraktors in den 1980er Jahren und die Ausstattung mit einer Meteosat-Anlage zur Wetterbeobachtung.
Die Tagesthemen des deutschen Fernsehens schalteten live von der Uhlandshöhe, was die mediale Aufmerksamkeit für das Observatorium weiter steigerte. Seitdem setzt die Sternwarte auf eine Mischung aus Tradition und Innovation: Neben klassischen Führungen durch die Kuppel und am Teleskop bietet sie ein Mitmachlabor für Kinder und Familien an. Besonders beliebt sind die Sonnenbeobachtungen während des Kinderfestes, bei denen die Jugendgruppe der Sternwarte sicher und kindgerecht die Sonne durch spezielle Filter zeigt.
Die Sternwarte Stuttgart ist nicht nur ein Ort der Astronomie, sondern auch ein lebendiges Stück Stuttgarter Wissenschaftsgeschichte. 2022 feierte sie ihr 100-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung im Rathaus und einem Festakt mit über 150 Gästen. Heute verbindet sie historische Instrumente mit modernster Technik: Ein computergesteuerter 10-Mikron-Montierung und Radioastronomie-Antennen ergänzen das Angebot. Die Führungen finden bei jedem Wetter statt – bei klaren Nächten durch die Kuppel, bei bewölktem Himmel im Innenraum. Besonders in den Wintermonaten wird warme Kleidung empfohlen, da die Beobachtungen oft draußen stattfinden. Die Sternwarte bleibt damit ein einzigartiger Ort, an dem Neugier und Wissenschaft lebendig werden – für Groß und Klein.