Denkmal/Gedenkstätte

Weißenhofsiedlung

Rathenaustraße 1, 70191 Stuttgart

Highlights

  • Die Weißenhofsiedlung in Stuttgart entstand 1927 als Mustersiedlung der modernen Architektur unter Leitung von Mies van der Rohe.
  • 17 Architekten, darunter Le Corbusier und Walter Gropius, entwarfen 21 Häuser mit 63 Wohnungen im Stil des Neuen Bauens.
  • Das Doppelhaus von Le Corbusier und Pierre Jeanneret beherbergt seit 2006 das Weißenhofmuseum und ist Teil des UNESCO-Welterbes.

Tipps

  • Das Weißenhofmuseum im Haus Le Corbusier ist einziger Zugang zu einem original erhaltenen Gebäude der Siedlung und zeigt Architektur des Neuen Bauens aus dem Jahr 1927.
  • Führungen bieten vertiefte Einblicke in die Geschichte und Gestaltung der Siedlung sowie in Le Corbusiers Entwurf des Doppelhauses.
  • Am 7. Juni 2026 findet im Rahmen des UNESCO-Welterbetags ein kostenloser Eintritt mit zusätzlichen Programmpunkten statt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Weißenhofsiedlung

Die Weißenhofsiedlung in Stuttgart-Nord ist eine der bedeutendsten Architektursiedlungen der Neuzeit und zentraler Bestandteil der historischen Werkbundausstellung „Die Wohnung“. Errichtet wurde sie unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe durch 17 international renommierte Architekten, darunter Le Corbusier, Walter Gropius und Hans Scharoun. Die Siedlung gilt als Manifest des Neuen Bauens und zeigt eindrucksvoll, wie modernes, funktionales und gesundheitsbewusstes Wohnen in der damaligen Zeit gedacht wurde. Ursprünglich als Ausstellungsprojekt konzipiert, zog das Vorhaben binnen weniger Monate Hunderttausende Besucher an und fand weltweite Beachtung.

Das Herzstück der Siedlung bildet das Doppelhaus von Le Corbusier und Pierre Jeanneret, in dem sich heute das Weißenhofmuseum befindet. Es ist das einzige Gebäude der Siedlung, das regulären Besucher*innen offensteht. Seit 2016 ist dieses Ensemble gemeinsam mit dem benachbarten Einfamilienhaus Le Corbusiers als UNESCO-Welterbe anerkannt. Die Ausstellung im Museum vermittelt sowohl die Geschichte der Siedlung als auch Einblicke in Le Corbusiers visionären „transformablen Wohnraum“, wie er 1927 erstmals realisiert wurde. Neben dem Museum gibt es regelmäßig Führungen durch die denkmalgeschützte Siedlung, die die Vielfalt der architektonischen Entwürfe und deren Bedeutung für die Moderne aufzeigen.

Die Weißenhofsiedlung steht exemplarisch für eine internationale Bewegung moderner Architektur, die weit über Deutschland hinaus wirkte. Die damalige Ausstellung gliederte sich in mehrere Teile: Neben der Siedlung selbst wurden neuartige Baumethoden sowie innovative Produkte für das moderne Wohnen präsentiert. Eine internationale Plan- und Modellausstellung unterstrich zudem die globale Relevanz der gezeigten Ideen. Die Siedlung war damit nicht nur ein architektonisches Ereignis, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung des modernen Wohnens im 20. Jahrhundert.

Heute bietet die Weißenhofsiedlung Architekturinteressierten die Gelegenheit, sich intensiv mit den Prinzipien des Neuen Bauens auseinanderzusetzen. Neben dem Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier beherbergt das Gelände auch die Weissenhofwerkstatt im Haus Mies van der Rohe, in der wechselnde Ausstellungen zur Geschichte und Fotografie der Siedlung zu sehen sind. Veranstaltungen wie der jährliche UNESCO-Welterbetag laden dazu ein, die Bedeutung der Stätte im Kontext des globalen Kulturerbes zu verstehen. Besucher*innen erhalten so nicht nur Einblicke in die Baukultur der 1920er Jahre, sondern auch in deren nachhaltige Wirkung bis in die Gegenwart.

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