Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Highlights
- Der Württembergische Kunstverein zeigt aktuelle Ausstellungen wie ‚siren eun young jung + KIRARA: Queer Mnemonics‘ (bis März 2026) mit queerer, feministischer Videoinstallation.
- Rollstuhlgerechter Zugang inkl. Parkplatz und WC ermöglicht barrierefreien Besuch der Ausstellungen und Führungen wie ‚Konstellation 3‘ (ab 22. März).
- Mit ‚Konstellation 3‘ und ‚Künstler*innenmitglieder-Ausstellung 23‘ reflektiert der Verein seit 200 Jahren Gegenwart durch zeitgenössische Kunstprojekte.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch der Ausstellungen und Bereiche des Württembergischen Kunstvereins.
- Ein barrierefreier Parkplatz steht in unmittelbarer Nähe des Gebäudes zur Verfügung, um die Anreise zu erleichtern.
- Rollstuhlgerechte Toiletten sind im Haus vorhanden und bieten Komfort während des Aufenthalts.
Eigenschaften
Kunstmuseum Stuttgart: Württembergischer Kunstverein entdecken
Der Württembergische Kunstverein Stuttgart ist eines der bedeutendsten kulturellen Zentren der Stadt und ein zentraler Ort für zeitgenössische Kunst und gesellschaftliche Debatten. Als einer der ältesten Kunstvereine Deutschlands verbindet er Tradition mit innovativen Ausstellungsformaten und setzt sich bewusst für eine offene, partizipative Kunstpraxis ein. Anders als klassische Sammlungsmuseen verfügt der Verein über keine feste Sammlung, sondern definiert sich durch seine dynamischen Ausstellungen, die sich regelmäßig neu ausrichten und aktuelle Themen aufgreifen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbindung von lokalen und internationalen Perspektiven. Die Ausstellung siren eun young jung + KIRARA: Queer Mnemonics, Mother Tongue, and Dusty Archive zeigt beispielsweise die queere-feministische Trilogie resistant theatre der südkoreanischen Künstlerin jung, die erstmals außerhalb Koreas präsentiert wird. Die Videoinstallation, performative Elemente und Archivmaterialien verhandeln Geschlechteridentitäten und koloniale Diskurse – untermalt von der Musik der Elektropop-Künstlerin KIRARA. Die räumliche Konzeption des Ausstellungsbereichs erinnert an eine offene Piazza und lädt zum Verweilen und Diskutieren ein.
Parallel dazu widmet sich die Ausstellung Dominique Hurth einem brisanten historischen Thema: dem Forschungsprojekt der Künstlerin zur weiblichen NS-Täterschaft. Durch eine Kombination aus Aquarellen, Archivdokumenten, Texten und Objekten – etwa Bezüge zu Unternehmen wie Hugo Boss – wird die Verschränkung von Wirtschaft und Verbrechen sichtbar gemacht. Ergänzt wird die Präsentation durch Werke von Überlebenden wie Violette Lecoq und Ceija Stojka, die ihre Erfahrungen im Konzentrationslager Ravensbrück verarbeiteten. Die Ausstellung ist auch dort zu sehen und verbindet so lokale und überregionale Erinnerungskultur.
Ein zentrales Projekt des Vereins ist die Reihe Konstellation, die im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums 2027 die Geschichte des WKV mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen verknüpft. Die dritte Konstellation der Reihe zeigt Werke von Künstler*innenmitgliedern, die sich mit historischen Persönlichkeiten, Ausstellungen oder Standorten des Vereins auseinandersetzen. Die Ausstellung spannt einen Bogen von persönlichen Bezügen zur Institution bis zu zeitkritischen Positionen – etwa in Werken von Anna Oppermann oder Christoph Irrgang. Begleitend bietet der Verein ein vielfältiges Rahmenprogramm, darunter Kurator*innenführungen, Debatten und partizipative Formate, die das Haus als Ort des Austauschs öffnen.
Der Württembergische Kunstverein versteht sich als Resonanzraum für diverse künstlerische und gesellschaftliche Diskurse. Neben den Hauptausstellungen nutzt er die Querung, eine offene Plattform im Haus, die lokalen Akteur*innen Raum für Präsentationen gibt. Barrierefreiheit spielt eine zentrale Rolle: Der Zugang ist rollstuhlgerecht gestaltet, inklusive Parkplätze und Toiletten, um das kulturelle Angebot für alle zugänglich zu machen. Ob durch queere Archivforschung, historische Aufarbeitung oder experimentelle Kunstpraktiken – der Verein bleibt ein Ort, an dem Kunst nicht nur präsentiert, sondern auch hinterfragt und weitergedacht wird.