Die Institution
Highlights
- 2013 gründete das Künstlerduo Melanie Mohren & Bernhard Herbordt ‚Die Institution‘ als experimentelle Kunstanlage mit Fokus auf Institutionen und ihre gesellschaftliche Rolle.
- ‚Die Aufführung‘ (2014) verbindet Theater, Wissenschaft und Musik – das Publikum durchläuft ein Raumkonzept, das Begriffe wie ‚Aufführung‘ und ‚Institution‘ dekonstruiert.
- Projekte wie ‚Die Versammlung‘ erproben partizipative Formate, in denen Wissen und Erfahrung ohne Hierarchien geteilt werden – für Erwachsene und Kinder.
Tipps
- Die Räumlichkeiten bieten eine flexible Nutzung von Bühnen- und Ausstellungsbereichen, die sich je nach Programm verändern und das Publikum zum aktiven Erleben einladen.
- Die Arbeiten von Herbordt/Mohren thematisieren oft gesellschaftliche Strukturen und laden dazu ein, traditionelle Rollenbilder und Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen.
Eigenschaften
Kultur & Theater in Süd – Ausflugsziel Die Institution
Die Institution ist ein faszinierendes Theaterprojekt im Herzen von Süd, das 2013 von den Künstler:innen Melanie Mohren und Bernhard Herbordt als radikale Kunstanlage gegründet wurde. Mit einer langjährigen Zusammenarbeit im Grenzbereich der Darstellenden Künste hinterfragen sie hier grundlegende Konzepte von Institutionen, Aufführungen und gesellschaftlichen Strukturen. Seit über zwei Jahrzehnten entwickeln sie interdisziplinäre Arbeiten, die traditionelle Theaterformen dekonstruieren und neu denken.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Potenziale in den Begriffen „Institution“, „Aufführung“ oder „Publikum“ noch schlummern – und wie diese in der Gegenwart neu interpretiert werden können. Besonders bekannt ist das Projekt Die Versammlung, eine experimentelle Performance, die Versammlungen als Raum des Austauschs und der Wissensgenerierung erkundet. Hier treffen Menschen unterschiedlicher Hintergründe aufeinander, um gemeinsam über gesellschaftliche Themen zu diskutieren und neue Formen des Miteinanders auszuprobieren. Die Veranstaltung richtet sich bewusst an ein breites Publikum, inklusive Kinder, und schafft eine lockere, partizipative Atmosphäre.
Ein weiteres Highlight ist Die Aufführung, ein mehrdimensionales Projekt, das Theater, Kongress und Konzert verschränkt. Im begehbaren Bühnenbild treffen Besucher:innen auf Performer:innen, Musiker:innen und Gäste aus Wissenschaft und Kunst. Die Inszenierung spielt mit den Grenzen zwischen Aufführung und Institution, indem sie die Anführungszeichen um die Begriffe bewusst sichtbar macht – und diese im Laufe der Zeit verschwinden lässt. So entsteht eine reflexive Erfahrung, in der sich das Publikum fragt: Was bleibt von einer Aufführung übrig, wenn ihre Konventionen infrage gestellt werden?
Die Arbeiten von Herbordt/Mohren sind bekannt für ihre provokanten Titel wie Die Probe, Das Stück oder Die Gesellschaft, die die Bausteine des Theaters systematisch hinterfragen. Durch diese radikal-konzeptuelle Herangehensweise entstehen einzigartige Begegnungen, die nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen. Wer sich für zeitgenössische Kunst und die Grenzen zwischen Theater, Wissenschaft und Gesellschaft interessiert, findet hier eine inspirierende Spielwiese der Ideen.
Mit ihrer Arbeit zeigen Mohren und Herbordt, dass Theater mehr sein kann als reine Unterhaltung: Es kann ein Raum der Reflexion sein, in dem gesellschaftliche Normen und Institutionen auf ihre Funktionsweise befragt werden. Die Institution in Süd ist damit ein Ort, an dem Kunst und Gesellschaft im Dialog stehen – und das Publikum eingeladen ist, selbst Teil dieser Erkundung zu werden.