Tagblatt-Turm
Highlights
- Der Tagblatt-Turm in Stuttgart ist Deutschlands erstes Hochhaus in Sichtbeton, erbaut 1928.
- Das 61 Meter hohe Gebäude beherbergt heute Büros und das Kulturareal „Unterm Turm“.
- Architekt Ernst Otto Oßwald entwarf das Gebäude als „Zweckbau“ im Stil der neuen Sachlichkeit.
Tipps
- Das Gebäude ist ein historisches Wahrzeichen und ideal für Architekturinteressierte.
- In der Eberhardstraße 61 befindet sich heute ein Kulturareal mit Theater und Büros.
- Anreise mit VVS oder Bahn ist gut möglich, Haltestelle Stuttgart Mitte empfehlenswert.
Eigenschaften
Über Tagblatt-Turm
Der Tagblatt-Turm in Stuttgart ist ein markantes Beispiel für die Architektur der Neuen Sachlichkeit und zählt zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Mit einer Höhe von 61 Metern und 18 Geschossen war das Gebäude bei seiner Fertigstellung das erste Hochhaus weltweit, das in Sichtbeton errichtet wurde. Diese puristische Bauweise verdeutlicht den funktionalen Anspruch des Architekten Ernst Otto Oßwald, der das Gebäude als „Zweckbau“ konzipierte – schlicht, funktional und ohne dekorative Ausschmückung.
Errichtet wurde der Turm ursprünglich für das „Stuttgarter Neue Tagblatt“, später beherbergte er die „Stuttgarter Zeitung“, bevor diese ihren Hauptsitz nach Stuttgart-Möhringen verlegte. Heute beherbergen die Räumlichkeiten des Tagblatt-Turms sowohl Büroflächen als auch das Kulturareal „Unterm Turm“. Dort finden sich kulturelle Institutionen wie das Theater tri-Bühne, das Junge Ensemble JES und das FITS Figurentheater Stuttgart. Diese Nutzung unterstreicht die Bedeutung des Gebäudes als kultureller Knotenpunkt in der Innenstadt.
Das Erscheinungsbild des Turms prägt das Stuttgarter Stadtbild nachhaltig. Seine klare Formensprache und der graue Sichtbeton sorgen für eine unaufdringliche, dennoch prägende Architektur. Während einige Besucher den kargen Stil als Ausdruck städtischer Zweckmäßigkeit schätzen, sehen andere in ihm ein Beispiel für die Abkehr von traditioneller Baukultur. Dennoch gilt der Tagblatt-Turm heute als Wahrzeichen Stuttgarts und steht für den Wandel der Stadt vom bieder-bürgerlichen Zentrum hin zu einer modernen Metropole.
Ein Teil des ehemaligen Umfelds des Turms ist im Laufe der Zeit verloren gegangen. So wurde ein gegenüberliegendes Gebäude abgerissen, was laut Meinungen von Gästen einen merklichen Verlust im städtischen Raum darstellt. Dennoch bleibt der Turm selbst ein zeitgeschichtliches Dokument und ein Zeugnis der Baukultur des frühen 20. Jahrhunderts. Seine kontinuierliche Nutzung sowohl im gewerblichen als auch im kulturellen Bereich macht ihn zu einem lebendigen Teil der Stadtgeschichte.