Denkmal/Gedenkstätte

Großsteingrab von Siddernhausen

Dohnsen 16, 29303 Bergen-Dohnsen

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Großsteingrab von Siddernhausen

Das Großsteingrab von Siddernhausen befindet sich im Ortsteil Bergen-Dohnsen im Bundesland Niedersachsen. Es zählt zu den bedeutenden archäologischen Denkmälern der Jungsteinzeit in der Region und ist ein markantes Beispiel nordischer Megalitharchitektur. Ursprünglich befand sich die Anlage etwa 500 Meter nördlich ihres heutigen Standorts auf einem Feld nahe Siddernhausen. Nach seiner Entdeckung durch Hans Piesker wurde es in den Jahren um 1977 ausgegraben und an der aktuellen Position auf dem Rübenberg wieder aufgebaut.

Die Megalithanlage war einst als Ganggrab mit seitlichem Zugang konzipiert. Die ursprüngliche Kammer hatte eine Länge von etwa 16 Metern und bestand aus 20 bis 24 Tragsteinen sowie etwa acht Decksteinen. Die Zwischenräume wurden mit Trockenmauerwerk aus Granit verschlossen. Ein Rollsteinpflaster sicherte den Eingang. Vermutlich war das Grab einst von einem Erdhügel überdacht und diente über mehrere Generationen hinweg als Gemeinschaftsbestattungsstätte. Die Verstorbenen wurden mit persönlichen Gegenständen wie Schmuck, Tongefäßen und Alltagsgegenständen bestattet, die für das Leben nach dem Tod gedacht waren.

Das ursprüngliche Grab wurde vermutlich im 17. oder 18. Jahrhundert zerstört. Einige Steine blieben am Fundort im Boden zurück, andere wurden entfernt. Bei der Ausgrabung konnten Teile des Bestands geborgen und an der heutigen Stelle rekonstruiert werden. Die Infotafel vor Ort erläutert anschaulich die Geschichte der Anlage sowie die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen. Sie ermöglicht Besucherinnen und Besuchern, die Ausstellung im nahegelegenen Römstedthaus besser zu verstehen und die dort gezeigten Funde in einen archäologischen Kontext zu stellen.

Das Großsteingrab ist gut erhalten und bietet einen ruhigen Ort zur Besinnung. Der Zugang zur Grabkammer ist heute nicht mehr möglich, da das Innere nicht rekonstruiert wurde. Dennoch vermittelt der Ort einen eindrucksvollen Einblick in die Bestattungskultur der Jungsteinzeit. Die Lage auf dem Rübenberg sorgt für eine stimmungsvolle Atmosphäre, die besonders im Rahmen einer Wanderung gerne wahrgenommen wird. Parkplätze sind direkt am Standort nicht vorhanden.

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