Obernauer Kapelle
Highlights
- Die Obernauer Kapelle wurde 1712 erbaut und ist der schmerzhaften Mutter Gottes gewidmet.
- Sie entstand nach einer Sage durch einen Mord am Fest Mariä Geburt und sollte Sühne leisten.
- Heute dient sie als Kriegergedächtniskapelle und beherbergt ein restauriertes Gnadenbild aus Ton.
Tipps
- Die Kapelle ist gut mit dem Fahrrad zu erreichen, da die Wege auch für normale Räder geeignet sind.
- Rund um die Kapelle gibt es mehrere Holzbänke, die zum Verweilen und Rasten einladen.
- Von Obernau und Schweinheim führen schöne Spazierwege durch den Wald zur Kapelle.
Eigenschaften
Über Obernauer Kapelle
Die Obernauer Kapelle befindet sich idyllisch im Wald von Obernau, einem Ortsteil der Gemeinde Sulzbach am Main im Landkreis Miltenberg. Diese historische Sakralstätte ist nicht nur ein bedeutender Wallfahrtsort, sondern auch ein Ort der Ruhe und Besinnung, umgeben vom Frieden der Natur. Mitten im Wald gelegen, lädt die Kapelle zu einem abgeschiedenen Aufenthalt ein und ist sowohl für Gläubige als auch für Interessierte ein lohnendes Ausflugsziel. Zahlreiche Spazierwege führen von benachbarten Gemeinden wie Schweinheim oder Obernau direkt zur Kapelle und machen sie zu einem idealen Zwischenstopp bei Wanderungen oder Radtouren.
Die Geschichte der Kapelle reicht weit zurück und wird von Legenden und Überlieferungen geprägt. Der ursprüngliche Kapellenbau mit dem Marienbild im Chorraum trägt eine Inschrift aus dem frühen 18. Jahrhundert und gilt als Zeugnis der Volksfrömmigkeit der Region. Gewidmet ist sie der schmerzhaften Mutter Gottes, und ihre Entstehung wird in zwei Sagen überliefert. Beide erzählen von geheimnisvollen Ereignissen im Wald – vom geisterhaften Dengeln einer Sense bis zum Finden eines Marienbildes in einem Baum. Diese Geschichten unterstreichen den besonderen Stellenwert der Kapelle als Ort des Glaubens und der Andacht.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Kapelle mehrfach umgebaut und erweitert. So entstand im Zuge eines Umbaus Anfang des 20. Jahrhunderts eine Kriegergedächtniskapelle, die bis heute an die Opfer der Kriege erinnert. Ein besonderes Highlight ist das restaurierte Gnadenbild, eine alte Terrakotta-Pieta, die in einer feierlichen Prozession in die Kapelle zurückgeführt wurde. Auch das Glockengeläut hat eine bewegte Geschichte: Ein Glöckchen musste während des Zweiten Weltkriegs abgegeben werden, wurde jedoch heimlich gerettet und später durch eine Stiftung ersetzt.
Heute ist die Kapelle ein geschätzter Ort der Begegnung und Erholung. Zahlreiche Bänke laden zum Verweilen ein, und die friedliche Atmosphäre macht sie zu einem idealen Ausflugsziel für Menschen jeden Alters – unabhängig von religiösen Vorbehalten. Die gut ausgebauten Wege sind auch für normale Fahrräder geeignet, was sie zu einer beliebten Etappe für Radfahrer macht. Die nahegelegenen Gemeinden Sulzbach am Main und Schweinheim sowie die Aktivitäten des Wandervereins Edelweiss e.V. tragen dazu bei, dass die Kapelle weiterhin lebendig bleibt und regelmäßig von Besucherinnen und Besuchern aufgesucht wird.