Mühlkapelle
Highlights
- Die Mühlkapelle in Oberhandenzhofen wurde um 1870/80 im neugotischen Stil erbaut.
- Sie ist ein geschütztes Baudenkmal und befindet sich an der Straße zwischen Welshofen und Sittenbach.
- Innenraum mit sechs großen Fenstern, spitzbogigem Portal und geschmückten Altarfiguren.
Tipps
- Die Mühle in Oberhandenzhofen ist seit über 800 Jahren urkundlich belegt und lagerte früh an das Kloster Scheyern.
- Die Kapelle wurde um 1870/80 im neugotischen Stil erbaut und ist heute als Baudenkmal geschützt.
- Im Innenraum befinden sich sechs große Fenster, darunter drei historistische Glasgemälde, sowie mehrere Kruzifixe und Marienfiguren.
Eigenschaften
Über Mühlkapelle
Die Mühlkapelle in Oberhandenzhofen, einem Ortsteil der Gemeinde Erdweg im bayerischen Dachauer Land, ist ein kleines sakralschlichtes Gotteshaus mit neugotischem Baustil. Sie befindet sich im unteren Teil von Oberhandenzhofen, unweit der historischen Mühle, die bereits seit über 800 Jahren urkundlich belegt ist. Die Kapelle selbst entstand im späten 19. Jahrhundert und wird erstmals in der Bistumsbeschreibung von 1884 erwähnt, wenngleich sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht geweiht war.
Das Gebäude ist durch seine sechs großen Fenster, das spitzbogige Portal und vier kreuzförmige Nischen im Mauerwerk oberhalb der Tür gekennzeichnet. Der stark eingeschobene Altarraum ist polygonal abgeschlossen und nimmt fast die gesamte Breite des Gebäudes ein. Im Inneren dominieren spätgeschmückte Andachtsfiguren, darunter Darstellungen des Herz-Jesu und der Maria, sowie eine Vielzahl von Kerzenhaltern mit Marienmotiven. Vier kleinere Kruzifixe sind im Raum verteilt, und an der linken Seitenwand befinden sich Reliefs, darunter eine Darstellung des heiligen Konrad bei der Brotverteilung sowie ein Relief eines gitarrenspielenden Engels.
Drei der sechs Fenster sind mit historistischen Glasgemälden ausgestattet, die stilistisch dem späten 19. Jahrhundert zuzuordnen sind. Zwei weitere Fenster zeigen kleinformatige Glasmalereien mit Motiven des Kreuzes von Golgatha sowie eines Kelches mit der Hostie. Die Innenausstattung wirkt einfach, aber liebevoll gestaltet und spiegelt die Andachtskultur der Region wider. Ein konischer Holzpflock mit einer Schale vor den Bänken deutet auf lokale Brauchtum oder liturgische Funktionen hin.
Die Mühlkapelle ist als Baudenkmal (Kennziffer D-1-74-118-30) unter Denkmalschutz gestellt. Das Dach des schlichten Sakralbaus ist mit Blech gedeckt, und ein separater Glockenturm fehlt. Die Architektur folgt dem neugotischen Stil, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Bayern häufig Anwendung fand. Die Kapelle steht in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang mit der historischen Mühle, die mehrfach in mittelalterlichen Urkunden erwähnt wird.
Die Umgebung der Kapelle liegt abseits der Hauptverkehrsachsen, eingebettet in die ländliche Struktur zwischen Welshofen und Sittenbach. Sie ist Teil der kulturellen und religiösen Landschaft des Dachauer Lands und spiegelt die Bedeutung kleiner Andachtsorte im ländlichen Bayern wider. Die stille Lage und die erhaltene Bausubstanz machen die Mühlkapelle zu einem bemerkenswerten Zeugnis sakraler Architektur des 19. Jahrhunderts in der Region Erdweg.