Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey
Highlights
- Die Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey ist eines der ältesten Klöster Deutschlands und wurde 634 erstmals urkundlich erwähnt.
- Die gotische Abteikirche aus dem 13. Jahrhundert beherbergt seit 2020 farbige Chorfenster des Künstlers Gerhard Richter.
- Das Kloster entstand auf den Fundamenten einer römischen Bäderanlage und steht unter dem Patrozinium des heiligen Mauritius.
Tipps
- Die Abteikirche ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet und frei zugänglich.
- Der Klostergarten kann täglich außer dienstags besucht werden.
- Gerhard Richters Chorfenster sind ein künstlerisches Highlight der Kirche.
Eigenschaften
Über Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey
Die Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey im saarländischen Tholey zählt zu den historisch bedeutendsten Klöstern Deutschlands. Sie wurde erstmals im 7. Jahrhundert urkundlich erwähnt und gilt damit als eine der ältesten Klostergründungen auf deutschem Boden. Die Abtei entstand aus dem Vermächtnis des fränkischen Adligen Adalgisel Grimo, der seinen Besitz samt einer von ihm errichteten Kirche dem Bistum Verdun vermachte. Die heutige Klosteranlage erstreckt sich über den Resten einer römischen Bäderanlage, und die erste Klerikergemeinschaft am Fuße des Schaumbergs soll bereits im 7. Jahrhundert bestanden haben. Legenden zufolge stand dem Kloster einst der heilige Wendelin als erster Abt vor.
Die heutige Abteikirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist eine der ältesten gotischen Kirchen Deutschlands. Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Mauritius, dessen Gedenktag am 22. September gefeiert wird. Bekannt ist die Kirche unter anderem für ihre kunstvollen Glasmalereien, darunter drei Fenster des renommierten Künstlers Gerhard Richter, die 2020 im Chor eingebaut wurden. Weitere Fensterarbeiten stammen von der deutsch-afghanischen Künstlerin Mahbuba Maqsoodi. Die Kirche ist für Besucher täglich geöffnet und beherbergt zudem regelmäßig stattfindende Gottesdienste, die öffentlich sind.
Heute leben in der Abtei sechs Benediktinermönche, die sich dem monastischen Leben widmen. Um den Konvent bei seiner Arbeit zu entlasten und gleichzeitig den Zugang zur Klosteranlage für Besucher zu regeln, wurde eine Betriebsgesellschaft gegründet. Diese übernimmt die touristische Erschließung des Geländes, betreibt ein Besucherzentrum und sorgt für den Erhalt der kulturellen und sakralen Einrichtungen. Neben der Kirche kann auch der Klostergarten besucht werden, der sich täglich außer dienstags öffnet. Teile des Geländes, wie beispielsweise das Gästehaus Haus Lioba, stehen zeitweise für Übernachtungen zur Verfügung und bieten eine moderne Unterkunftsmöglichkeit vor Ort.
Die Abtei ist Mitglied der Beuroner Kongregation und steht unter dem Bistum Trier. Ihre Geschichte ist eng mit der mittelalterlichen Entwicklung der Region verbunden. Im Laufe der Jahrhunderte kam es zu bedeutenden Ereignissen, wie etwa dem Gütertausch im 8. Jahrhundert, bei dem die Reliquie des heiligen Bischofs Paulus von Verdun nach Tholey gelangte. Auch im Zuge der französischen Reunionen im 17. Jahrhundert wurde die Verbindung zur Diözese Verdun als rechtliche Grundlage herangezogen. Diese Verankerung in der regionalen und kirchlichen Geschichte prägt bis heute das Selbstverständnis der Abtei.