Denkmal/Gedenkstätte

Keltisches Fürstengrab Fuchshübel

66636 Tholey

Highlights

  • Das keltische Fürstengrab Fuchshübel ist mit 60 Metern Durchmesser und fünf Metern Höhe das größte erhaltene Grab dieser Art im Saarland.
  • Es zeugt von der frühen keltischen Besiedlung in der Latène-Zeit und wurde erstmals 1837 ausgegraben.
  • Im Grab fanden sich Schmuck, Waffen und eine etruskische Bronzekanne, die auf den hohen Status des Bestatteten hinweisen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Keltisches Fürstengrab Fuchshübel

Das Keltische Fürstengrab Fuchshübel bei Tholey ist das größte erhaltene keltische Grabmal im Saarland. Es liegt nördlich der Ortschaft Tholey, direkt an der Grenze zum angrenzenden Selbach, und prägt durch seine imposante Größe die offene Landschaft. Der Grabhügel hat einen Durchmesser von etwa 60 Metern und eine Höhe von rund fünf Metern. Seine Dimensionen machen ihn zu einem markanten Zeugnis der keltischen Kultur der Latène-Zeit.

Bei der ersten dokumentierten Grabung im Jahr 1837 wurde eine hölzerne Grabkammer entdeckt, in der ein keltischer Fürst aus der frühen Latène-Zeit bestattet war. Der Verstorbene war demnach mit zahlreichen Statussymbolen ausgestattet, darunter ein goldener Armring und ein goldener Fingerring. Auch zwei Stoßlanzen sowie eine etruskische Bronzekanne, vermutlich mit Wein gefüllt, befanden sich in der Kammer. Der Tote war auf einem zweirädrigen Streitwagen aufgebahrt, was auf eine hohe gesellschaftliche Stellung hinweist. Nach der Bestattung wurde der Grabhügel in mühsamer Arbeit aufgeschüttet, wofür etwa acht- bis zehntausend Kubikmeter Erde bewegt wurden.

Weitere Ausgrabungen in den Jahren 1892 und 1903 brachten zusätzliche Funde zum Vorschein, darunter bronzene und goldene Schmuckstücke, kupferne Opferkannen sowie eine gut erhaltene Schnabelkanne. Auch eiserne Wagenradschienen und Bronzebeschläge eines Kampfwagens wurden geborgen. Diese Artefakte bestätigen den fürstlichen Rang des Bestatteten und zeugen von den kulturellen Verbindungen der Kelten zu anderen Völkern, wie etwa den Etruskern. Die Funde sind heute im Rheinischen Landesmuseum in Trier ausgestellt.

Das Fürstengrab ist ein bedeutendes Zeugnis der frühen Besiedlung des Schaumberger Landes durch keltische Stämme, die aus der Eifel und dem Hunsrück in die Region kamen. Die Erdbewegungsarbeiten und die aufwendige Ausstattung des Grabes verdeutlichen den hohen Aufwand, der mit der Bestattung eines Herrschers dieser Zeit verbunden war. Der Grabhügel selbst ist heute landschaftlich naturbelassen und wird durch einen Steinkranz am Fuß des Hügels begrenzt, wie historische Berichte nahelegen.

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