Schaubergwerk

Niederbayerische Schotterwerke Rieger + Seil GmbH & Co. KG

Zum Steinbruch 1, 94496 Ortenburg-Neustift

Highlights

  • Seit 1882 verarbeitet das Unternehmen Granit zu hochwertigem Gleisschotter, Edelsplitten und Bruchsteinen in Ortenburg-Neustift.
  • Der Steinbruch beherbergt ein 246 m hohes Feuchtbiotop mit natürlicher Sukzession durch Sträucher und Bäume an Ost- und Südwand.
  • Traditionell wird Schotter per Hand zerkleinert; moderne Technik wie Großbohrloch-Sprengung und Schaufellader optimiert Produktion und Transport.

Tipps

  • Ein rollstuhlgerechter Parkplatz ermöglicht eine einfache und barrierefreie Anreise zum Gelände.
  • Der Besuch bietet Einblicke in die historische Granitverarbeitung seit dem Jahr 1882 und die moderne Produktionstechnik.
  • Die Ost- und Südwand des Steinbruchs zeigen natürliche Sukzession mit bewachsenen Sträuchern und Bäumen als ökologisches Biotop.

Eigenschaften

Familie Ganzjährig

Bergwerkserlebnis Ortenburg-Neustift: Niederbayerische Schotterwerke

Tief in den sanften Hügeln des niederbayerischen Ortenburg-Neustift liegt einer der ältesten und traditionsreichsten Steinbrüche der Region: die Niederbayerischen Schotterwerke Rieger + Seil GmbH & Co. KG. Seit über einem Jahrhundert wird hier der robuste Granit des Ortes zu hochwertigen Baustoffen verarbeitet – ein Stück lebendige Industriegeschichte, das sich zwischen Natur und Technik bewegt.

Besonders bemerkenswert ist die natürliche Entwicklung des Geländes: Aus dem ehemaligen Abbaugebiet ist ein einzigartiges Feuchtbiotop entstanden, das auf 246 Metern über dem Meeresspiegel eine artenreiche Flora und Fauna beherbergt. Während die Ost- und Südwände des Steinbruchs heute von wild wuchernden Sträuchern und Bäumen überwuchert sind, offenbart sich im Inneren ein Kontrast aus industrieller Präzision und uriger Wildnis. Die Sukzession hat hier ein kleines Ökosystem geschaffen, das sich harmonisch mit den Spuren des Granitabbaus vereint – ein seltenes Beispiel für nachhaltige Landschaftsgestaltung.

Die Verarbeitung des Gesteins folgt traditionellen wie modernen Methoden: Ursprünglich wurden die Granitbrocken noch von Hand zerkleinert, wobei vor allem Frauen mit Hammer und Gabel die Absplitterungen zu Schotter und Splitten formten. Heute ergänzen mechanisierte Prozesse wie das Großbohrloch-Sprengverfahren diese Handwerkskunst, während Gleisanschlüsse und Verladerampen den Transport der Rohstoffe effizienter gestalten. Die Produkte – von Gleisschotter über Edelsplitte bis zu Bruchsteinen – finden nicht nur in der regionalen Bauwirtschaft, sondern auch in der Infrastruktur des Umlandes Verwendung.

Für Besucher bietet der Steinbruch ein einzigartiges Erlebnis, das zwischen industrieller Arbeitswelt und natürlicher Schönheit oszilliert. Wer sich auf den Weg macht, kann die Dynamik des Gesteinsabbaus hautnah erleben: die Geräusche der Bohrmaschinen, das Klirren der Hammerschläge und die Weite der überwucherten Wände. Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen der strukturierten Arbeitswelt und dem ungestümen Wachstum der Vegetation, das den Steinbruch zu einem lebendigen Archiv der regionalen Geschichte macht. Ein Ausflug hierher ist somit nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch eine Einladung, die Kraft der Natur und den Fleiß der Menschen zu spüren.

Ortenburg-Neustift selbst, eingebettet in die sanften Hügel Niederbayerns, ist ein Ort, an dem Tradition und Moderne aufeinandertreffen. Die Schotterwerke Rieger + Seil sind dabei ein zentraler Akteur – ein Betrieb, der seit Generationen nicht nur Baustoffe liefert, sondern auch ein Stück Identität der Region bewahrt. Wer hier vorbeikommt, entdeckt nicht nur ein funktionierendes Unternehmen, sondern ein Stück lebendige Kulturlandschaft, das zeigt, wie aus Rohstoffen mehr wird als nur Material: ein Stück Heimat.

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