Furtloch bei Altdorf
Highlights
- Altdorf ist ein Ortsteil von Titting im Landkreis Eichstätt, gelegen im Anlautertal.
- Archäologische Funde belegen römische Spuren am rätischen Limes bei Altdorf.
- Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde 1732/33 erbaut und 1742 konsekriert.
Tipps
- Besuchen Sie die historische Pfarrkirche St. Nikolaus mit ihrem mittelalterlichen Turm.
- Erkunden Sie die Ruinen der Burg Brunneck oberhalb des Dorfes.
- Nutzen Sie die Wanderwege durch das Anlautertal und zur Jurahöhe.
Eigenschaften
Über Furtloch bei Altdorf
Das Furtloch bei Altdorf ist ein geschichtsträchtiger Ortsteil des Marktes Titting im Landkreis Eichstätt in Bayern. Gelegen im Anlautertal, zeichnet sich der Standort durch eine markante Nord-Ost-Biegung der Anlauter aus. In unmittelbarer Nähe zweigt ein Trockental ab, das früher den Weg nach Wachenzell bildete. Diese günstige Lage am Fluss trug maßgeblich zur historischen Bedeutung des Ortes als Furtpunkt bei, was sich im Namen „Furtloch“ widerspiegelt.
Archäologische Funde in der Umgebung deuten auf eine Siedlungstätigkeit in vorgeschichtlicher Zeit hin. So wurden bei Altdorf einzelne Grabhügel sowie ein Grabhügelfeld entdeckt. Darüber hinaus existiert eine rechteckige Wallanlage, deren Ursprung bislang nicht abschließend datiert werden konnte. Im Zuge des rätischen Limes wurde in der Region zudem ein Wachposten nachgewiesen, wobei Kleinfunde aus der römischen Kaiserzeit geborgen wurden. Diese Spuren unterstreichen die strategische Bedeutung des Areals entlang der ehemaligen Reichsgrenze.
Im Mittelalter gehörte Altdorf zur Burg Brunneck und stand unter der Vogtei des Bischofs von Eichstätt. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche St. Nikolaus erfolgte im Jahr 1308. Die Kirche, deren Turmunterbau noch aus dem Mittelalter stammt, wurde im 18. Jahrhundert barock umgebaut. Weitere Bauten prägen das Ortsbild: der Maierfelder Hof mit seiner Josefkapelle sowie die ehemalige Benz(en)mühle, deren Name bis heute erhalten geblieben ist, obwohl die Betreiberschaft im Laufe der Zeit wechselte. Eine Wegkapelle am Ortsausgang verweist auf die religiöse Tradition des Dorfes.
Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde im frühen 18. Jahrhundert nach Plänen von Gabriel de Gabrieli unter der Leitung von Giovanni Domenico Barbieri und Johann Rigalia errichtet. Die Innenausstattung zeigt barocke Stuckaturen von Franz Xaver Horneis sowie ein Altarbild des Eichstätter Malers Joseph Dietrich. Im Turm befinden sich Glocken aus den Jahren 1873 und 1924. Spätgotische Figuren der Heiligen Barbara und Katharina vervollständigen das kulturelle Erbe des Gotteshauses.
Altdorf blieb bis 1971 eine eigenständige Gemeinde, bevor es sich im Zuge der Gebietsreform dem Markt Titting anschloss. 1996 erhielt Titting gemeinsam mit Altdorf und Emsing das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Das Furtloch bei Altdorf steht somit nicht nur für eine landschaftlich reizvolle Lage, sondern auch für eine überzeugende Verbindung von Archäologie, Geschichte und Kultur in bayerischen Altmühltals.