Zeughaus
Highlights
- Das Lübecker Zeughaus entstand 1594 als Kornhaus im Stil der Niederländischen Renaissance neben dem Dom.
- 1804/05 geräumt, beherbergte es später Gestapo-Verhörzellen und ab 1985 eine völkerkundliche Sammlung.
- Architektonisch geprägt durch drei Giebel, verbindet es den Domkirchhof mit dem Paradeplatz über Torwege.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang über den Domkirchhof ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt ins Gebäude.
- Die historische Architektur des Zeughauses aus dem Jahr 1594 zeigt typische Merkmale der niederländischen Renaissance mit markanten Giebeln und Backsteinfassaden.
- Im Untergeschoss des Gebäudes befinden sich heute Ausstellungsräume, die Teile der ehemaligen völkerkundlichen Sammlung der Hansestadt Lübeck präsentieren.
Eigenschaften
Zeughaus Lübeck: Kulturdenkmal entdecken
Das Zeughaus in Lübeck zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Hansestadt und steht als eindrucksvolles Zeugnis der Lübecker Backsteingotik und Renaissance am Großen Bauhof und Domkirchhof. Erbaut im Jahr 1594 im Stil der Niederländischen Renaissance, diente das Gebäude ursprünglich als Kornhaus – ein Zweck, der sich später mit der Unterbringung militärischer Ausrüstung und Waffen veränderte. Die prächtige Fassade mit ihren markanten Giebeln und symmetrischen Fensterreihen spiegelt den Reichtum und die politische Bedeutung Lübecks im 16. und 17. Jahrhundert wider.
Ursprünglich als Lager für Getreide und später als Waffenarsenal genutzt, war das Zeughaus eng mit der Verteidigungsstrategie der Stadt verbunden. Im 19. Jahrhundert verlor es seine militärische Funktion durch die Entfestigung Lübecks und diente zeitweise als Archiv oder Polizeigebäude. Besonders dunkel war seine Geschichte während der NS-Zeit, als im Untergeschoss die Verhörzellen der Gestapo untergebracht waren. Diese düstere Phase kontrastiert mit der späteren Nutzung als kulturelles Zentrum.
Ein Höhepunkt der Nutzung war die Verlegung der völkerkundlichen Sammlung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte ins Zeughaus im Jahr 1985. Die ethnografischen Exponate – darunter Objekte aus Island, Schweden, dem Osmanischen Reich und Japan – zeugten von Lübecks globalen Handelsbeziehungen und der Leidenschaft lokaler Sammler. Obwohl die Sammlung 2007 aus Kostengründen geschlossen wurde, bleibt das Gebäude ein Symbol für Lübecks reiche kulturelle Tradition.
Heute ist das Zeughaus ein geschütztes Baudenkmal und Teil des UNESCO-Welterbes der Lübecker Altstadt. Sein architektonischer Reichtum und seine bewegte Geschichte machen es zu einem faszinierenden Ort für Geschichtsinteressierte. Die Verbindung zur Marienkirche und der Dom durch historische Torbögen unterstreicht zudem die zentrale Lage in Lübecks historischem Kern – einem Ensemble, das bis heute die Pracht der Hansezeit bewahrt.