Nationalpark Wattenmeer
Highlights
- Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist der größte Nationalpark zwischen Nordkap und Sizilien.
- Er umfasst eine Fläche von 4.380 Quadratkilometern vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins.
- Im Wattenmeer brüten etwa 100.000 Vogelpaare und es gibt ein Nutzungsfreies Gebiet von 125 km².
Tipps
- Wattwanderungen sollten bei Niedrigwasser stattfinden, am besten mit erfahrenen Führern.
- Das Walschutzgebiet westlich von Sylt und Amrum ist besonders für Beobachtungen von Meeressäubern geeignet.
- Die Zone 1 des Nationalparks ist grundsätzlich nicht betretbar, Ausnahmen gelten nur für festgelegte Routen.
Eigenschaften
Über Nationalpark Wattenmeer
Der Nationalpark Wattenmeer bei Tönning im Kreis Dithmarschen, Schleswig-Holstein, ist eine der faszinierendsten Naturlandschaften Deutschlands. Als größter Nationalpark zwischen dem Nordkap und Sizilien erstreckt er sich entlang der Nordseeküste und bietet ein einzigartiges Ökosystem aus Wattflächen, Salzwiesen und Meer. Die Fläche des Nationalparks umfasst etwa 4.380 Quadratkilometer und reicht von der Elbmündung im Süden bis zur dänischen Grenze im Norden. Besonders sehenswert ist die Tatsache, dass dieser Küstenraum erst vor rund 10.000 Jahren durch das Abschmelzen der Gletscher entstand – eine jungfräuliche, sich ständig verändernde Landschaft aus Schlick und Sand.
Der Nationalpark ist in zwei Schutzzonen unterteilt, um die empfindliche Natur bestmöglich zu erhalten. In Zone 1, dem sogenannten „Nutzungsfreien Gebiet“, ist der Zutritt für Besucher weitestgehend untersagt, um die natürliche Entwicklung ungestört zu ermöglichen. Zone 2 hingegen erlaubt unter bestimmten Bedingungen Erlebnisaktivitäten wie geführte Wattwanderungen oder Bootsausflüge. Ein besonderer Schutz genießen hier auch die Wale und Meeresvögel im angrenzenden Walschutzgebiet. Die Tierwelt ist beeindruckend vielfältig: Etwa 3.200 Arten leben im Wattenmeer, darunter zahlreiche Vogelarten, Fische, Meeressäuger wie Seehunde und Schweinswale sowie seltene Bewohner der Salzwiesen. Jährlich nutzen rund zehn bis zwölf Millionen Vögel das Gebiet als Raststätte auf ihrem Zug durch Mitteleuropa.
Menschen leben nur noch sehr spärlich im Nationalpark – ganzjährig bewohnt ist lediglich die Hallig Süderoog. Dennoch spielt der Mensch eine wichtige Rolle: Tourismus, Fischerei, Küstenschutz und Beweidung prägen das Landschaftsbild. Etwa zwei Millionen Urlauber und 13 Millionen Tagesgäste besuchen jährlich die schleswig-holsteinische Nordseeküste. In Tönning und den umliegenden Gemeinden bieten Nationalpark-Ranger:innen sowie zertifizierte Partner vielfältige Informationen, Führungen und Erlebnisangebote. Informationszentren, Pavillons und Themenwege laden dazu ein, die Schönheit und Eigenart des Wattenmeeres hautnah zu erleben. Mit dem Themenjahr 2026 steht zudem ein Schwerpunkt auf der vielfältigen Insektenwelt des Nationalparks.
Der Nationalpark Wattenmeer ist nicht nur ein Paradies für Naturliebhaber, sondern auch ein wichtiges Biosphärenreservat und Teil des UNESCO-Welterbes. Seine einzigartige Geologie, die Gezeiten und die wechselnden Lebensräume machen ihn zu einem lebendigen Lehr- und Erlebnisraum. Ob bei einer Wattwanderung bei Tageslicht oder einer nächtlichen Vollmondwanderung – der Nationalpark bei Tönning verspricht unvergessliche Naturerlebnisse inmitten einer der größten zusammenhängenden Wattflächen der Welt.