Bärengraben
Highlights
- Der Bärengraben auf Schloss Hartenfels beherbergt die Bären Bea und Benno, die seit 2015 in Torgau leben.
- Das Gehege wurde 2021 modernisiert und bietet einen artgerechten Lebensraum.
- Die Bären werden täglich mit bis zu 25 Kilogramm Obst, Gemüse und Getreide gefüttert.
Tipps
- Besuchen Sie das Bärengehege auf Schloss Hartenfels, um die Bären Bea und Benno in einem artgerecht gestalteten Freilebensraum zu beobachten.
- Verwenden Sie die Bären-Cam über die App „Appmal Torgau“, um jederzeit einen Einblick ins Gehege zu erhalten.
- Werfen Sie kein Futter ins Gehege – die Tiere werden täglich mit bis zu 25 Kilogramm Obst, Gemüse und Getreide artgerecht versorgt.
Eigenschaften
Über Bärengraben
Der Bärengraben in Pflückuff zählt zu den historischen Kulturdenkmälern in Sachsen und ist Teil der langen Tradition des Schlosses Hartenfels. Bereits im Mittelalter diente der Standort als Bärengehege, das im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert wurde. Ursprünglich dienten die Bären nicht der Beobachtung, sondern wurden für kurfürstliche Jagdveranstaltungen und sogenannte „Bärenhatzen“ gehalten, bei denen die Tiere zur Unterhaltung des Adels gegeneinander kämpften. Erst im 20. Jahrhundert wurde der Bärengraben zu einem artgerechten Lebensraum umgewandelt, nachdem in den 1950er Jahren mit ehrenamtlichem Engagement und Unterstützung des Zoologischen Gartens Leipzig wieder Bären angesiedelt wurden.
Heute beherbergt das Gehege die Geschwister Bea und Benno, die sich in einem großzügig angelegten Freigehege sowie in Stallungen im Keller des Schlossflügels E aufhalten. Die Tiere werden von erfahrenen Pflegerinnen betreut, die sich täglich um ihr Futter, die Reinigung und ihr Wohlbefinden kümmern. Die Bären ernähren sich überwiegend vegetarisch und erhalten täglich bis zu 25 Kilogramm Obst, Gemüse und Getreide. Tiertrainerinnen besuchen wöchentlich, um einfache medizinische Behandlungen zu ermöglichen und das Vertrauen zwischen Mensch und Tier zu fördern. Die Anlage wurde zuletzt umfassend modernisiert, um den Bedürfnissen der Tiere bestmöglich gerecht zu werden.
Ein besonderes Element ist die Bären-Cam, die über die App „Appmal Torgau“ live Einblicke in das Gehege gewährt. Besucherinnen und Besucher berichten von verspielten Momenten, insbesondere in wärmeren Jahreszeiten, wenn die Tiere aktiv sind. Das Gehege selbst wird als sehr schön und gepflegt wahrgenommen, wobei die Möglichkeit besteht, die Bären bei ihren natürlichen Verhaltensweisen zu beobachten. Ein Gast bemerkte, dass sich die Tiere frei bewegen können und offensichtlich wohl fühlen. Auch wenn derzeit nur zwei Bären im Gehege leben, wird der Besuch als lohnenswert und eindrucksvoll beschrieben.
Die Geschichte des Bärengrabens spiegelt nicht nur die Entwicklung des Tierschutzes wider, sondern auch die kulturhistorische Bedeutung des Ortes. Mit einer Tradition von mehr als 500 Jahren ist der Standort eng mit dem Schloss Hartenfels verbunden, das heute zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten Sachsens gehört. Die Anlage erinnert an vergangene Zeiten, in denen Tiere zur Unterhaltung missbraucht wurden, und zeigt gleichzeitig, wie sich der Umgang mit Tieren im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Der Bärengraben bleibt ein Ort der Begegnung mit Geschichte und Natur – fernab von Zirkus oder Käfig, in einem Umfeld, das Respekt und Artenschutz in den Mittelpunkt stellt.