Kirchengemeinde am Kloster
Highlights
- Die Kirche am Kloster in Uetersen ist ein spätbarocker Backsteinbau aus den Jahren 1747 bis 1749.
- Sie entstand auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Kloster Uetersen.
- Besonderheiten sind der Ostturm und das erhaltene Sandsteinrelief am Nordportal mit Bezug zu König Friedrich V. von Dänemark.
Eigenschaften
Über Kirchengemeinde am Kloster
Die Kirchengemeinde am Kloster in Uetersen befindet sich im historischen Zentrum des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Kloster Uetersen. Das Gotteshaus wurde zwischen 1747 und 1749 als Nachfolgebau der mittelalterlichen Klosterkirche errichtet, nachdem diese aufgrund ihrer baufälligen Substanz abgerissen worden war. Die neue Kirche entstand auf Initiative des Uetersener Propstes Benedikt von Ahlefeldt und wurde durch finanzielle Beiträge der Gemeindemitglieder sowie den Verkauf von Kirchenstühlen finanziert. Baumeister Jasper Carstens aus Jersbek und Landesbaumeister O. J. Müller aus Kopenhagen zeichneten für den Bau verantwortlich.
Architektonisch zählt die Kirche am Kloster zu den bedeutenden barocken Sakralbauten des Kreises Pinneberg. Der Backsteinbau ruht auf Granitquadersockeln, die aus einem Hünengrab stammen. Auffällig ist die Lage des Turms auf der Ostseite hinter dem Chor – eine Besonderheit, da Türme in der Region meist im Westen der Kirche stehen. Das schiefergedeckte Mansarddach mit Mansardfenstern sorgt für eine helle und großzügige Innenraumbeleuchtung. Auf der Nordseite befindet sich das alte Hauptportal, überragt von einem Sandsteinrelief mit allegorischen Putten und einer Vase, flankiert vom Monogramm des dänischen Königs Friedrich V. und einem Bibelzitat aus dem ersten Buch Mose.
Der Innenraum gliedert sich durch eine umlaufende Empore, die auf Holzpfeilern ruht und den Gemeinderaum vom Chorbereich abgrenzt. Auf der Empore sind zwei reich verzierte Logen zu sehen, eine davon mit dem Wappen der Reventlows. Das hölzerne Muldengewölbe zeigt ein beeindruckendes Deckenfresko von Giovanni Battista Innocenzo Colombo. Der Kanzelaltar, ein Werk des Hamburger Bildhauers Johann Georg Engert, vereint Kanzel, Orgel und Altar in einer Einheit. Die Ausstattung zeugt vom hohen künstlerischen und handwerklichen Niveau der Bauzeit und spiegelt den repräsentativen Anspruch der damaligen Bauherren wider.
Die Kirche steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Klosterfriedhof, dessen Anlage ebenfalls Teil des ehemaligen Klosterkomplexes ist. Die Grundmauern der Vorgängerkirche dienen heute als Stützmauer innerhalb des Friedhofs. Die Glocke der alten Kirche ist in der heutigen Kirche ausgestellt und erinnert an die frühere Bausubstanz. Die Kirchengemeinde am Kloster ist somit nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein kulturhistorischer Anziehungspunkt, der die Tradition des Klosterlebens und die barocke Baukunst Schleswig-Holsteins lebendig werden lässt.