Kirche/Kloster

Frauenbrunn-Kapelle

Frauenbrunnstraße 5, 83374 Traunreut-Traunwalchen

Highlights

  • Die Frauenbrünndl-Kapelle in Traunwalchen ist ein achteckiger Holzbau mit Zwiebelkuppel, erbaut 1606.
  • Sie entstand als Wallfahrtsort um eine heilkräftige Quelle und besitzt viele Votivtafeln und barocke Ausstattung.
  • Der Kupferstich in der Kapelle zeigt das frühere Wallfahrtsheiligtum mit Brunnenkapelle und Badehütten.

Tipps

  • Besucher sollten die historische Bedeutung der Quelle und der Kapelle erfahren, die seit dem 16. Jahrhundert als Wallfahrtsort beliebt ist.
  • Die achteckige Holzkapelle mit barockem Altar und Zwiebelkuppel ist sehenswert und beherbergt viele Votivtafeln.
  • Ein Rundgang lohnt sich besonders für Interessierte an Volkskultur und Geschichte der Region um Traunreut-Traunwalchen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Frauenbrunn-Kapelle

Die Frauenbrunn-Kapelle befindet sich im Ortsteil Traunwalchen der Gemeinde Traunreut im Landkreis Traunstein in Bayern. Sie zählt zu den bedeutenden sakralen Kulturdenkmälern der Region und ist ein geschätzter Wallfahrtsort mit einer langen Tradition. Das Heiligtum entstand im Zusammenhang mit einer Quelle, die seit Jahrhunderten unter dem Namen „Frauenbrunn“ bekannt ist. Bereits früher suchten Menschen die Kraft des Wassers auf, das als heilkräftig galt.

Die Kapelle selbst wurde im Jahr 1606 errichtet und ist ein achteckiger Holzbau mit einer charakteristischen Zwiebelkuppel. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude barockisiert, wodurch es optisch und künstlerisch weiter aufgewertet wurde. Besucher finden in der Kapelle zahlreiche Votivtafeln, die Wunderheilungen und Rettungen durch die Gottesmutter darstellen. Ein besonderes Zeugnis der Vergangenheit ist ein bemerkenswerter Kupferstich, der das Wallfahrtsheiligtum samt Brunnenkapelle und ehemaligen Badehütten zeigt, in denen Pilger das heilige Wasser nutzten.

Die Wallfahrt nach Frauenbrunn entwickelte sich als Nachfolger einer älteren Pilgerstätte in der nahegelegenen Marienkirche von Traunwalchen. Diese frühere Wallfahrt, die vermutlich aus dem späten Mittelalter stammt, war ebenfalls der Gottesmutter Maria gewidmet. In einem erhaltenen „Mirakelbuch“ sind Hunderte von Wundern dokumentiert, die zwischen den Jahren 1507 und 1519 vollzählt wurden. Mit dem Aufstieg des Quellheiligtums Frauenbrünndl, das maßgeblich vom Grafen Ladislaus von Törring gefördert wurde, trat die ursprüngliche Wallfahrt nach und nach in den Hintergrund.

Die dadurch entstandene Konkurrenz führte zu Auseinandersetzungen mit dem Propst von Baumburg, der die ältere Wallfahrt betreute. Dennoch setzten sich die Befürworter des Frauenbrunn-Heiligtums schließlich durch. Die Kapelle über dem Quellbrunnen mit der Darstellung der Madonna im Altar bildet bis heute den Mittelpunkt der Wallfahrtspraxis. Die Kombination aus religiöser Tradition, barocker Ausstattung und der lebendigen Volksfrömmigkeit macht die Frauenbrunn-Kapelle zu einem bemerkenswerten Zeugnis der Kulturgeschichte im südlichen Bayerischen Alpenvorland.

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