Denkmal/Gedenkstätte

Uhrenturm/Wasserturm Veritas

19322 Wittenberge

Highlights

  • Errichtet 1928/29 als Wasserturm für die Fabrik, gilt er heute als architektonisches Zeugnis des Neuen Bauens und Expressionismus.
  • Seit 1994 wird der Turm über die Atomuhr in Braunschweig gesteuert, nach Umbau der Uhrwerke zur genauen Zeitmessung.

Tipps

  • Der Turm lädt zur Besinnung ein und erinnert an die deutsche Teilungsgeschichte. Rund um den Turm gibt es weitere Ausblicke und Wanderwege entlang historischer Orte im Werratatal.

Eigenschaften

Parkplatz vorhanden Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Uhrenturm/Wasserturm Veritas

Der Uhrenturm/Wasserturm Veritas in Wittenberge im brandenburgischen Kreis Prignitz ist ein markantes Bauwerk und zählt heute zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region. Mit einer Höhe von fast 50 Metern und einer quadratischen Grundfläche von mehr als 11 Metern Kantenlänge ragt der gelb verputzte Turm als größter freistehender Uhrenturm des europäischen Festlands über die Landschaft. Seine klaren Formen und der schlichte, dennoch monumentale Aufbau zeugen von Einflüssen des Expressionismus und des Neuen Bauens.

Errichtet wurde der Turm ursprünglich als Wasserturm für die Singer AG, um die wachsende Nähmaschinenfabrik mit Brauchwasser und Löschwasser zu versorgen. Der Bau begann im März und dauerte insgesamt 14 Monate. Die statische und architektonische Ausführung erfolgte durch die Hamburger Bauunternehmung Paul Thiele AG unter der Leitung des Architekten Felix Ascher. Das Gewicht des Bauwerks beläuft sich auf etwa 5.000 Tonnen, wofür unter anderem mehr als 200.000 Mauersteine sowie erhebliche Mengen an Zement, Stahl und Kies verwendet wurden.

Nach Kriegsbeschädigungen wurde der Turm zunächst stillgelegt, ehe in den 1950er Jahren eine erste Instandsetzung stattfand. Die Turmuhren, die jeweils auf vier Seiten des Turms angebracht sind, wurden mehrfach überholt und modernisiert. Seit Mitte der 1990er Jahre erfolgt ihre Steuerung über Funkimpulse der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Die Uhren sind nachts beleuchtet und können aus einer Entfernung von bis zu zwölf Kilometern abgelesen werden. Der Turm verfügt über insgesamt 192 Stufen, die bis in die Spitze führen und einen weiten Blick über die Umgebung ermöglichen.

Der Uhrenturm ist eng mit der Geschichte der Stadt und der ehemaligen Teilung Deutschlands verbunden. Er steht als Zeuge einer industriellen Vergangenheit und als Symbol für technischen Fortschritt. Wanderer, die den Turm besteigen, werden mit einer Panoramasicht belohnt, die sowohl die nähere Region als auch weite Teile des Umlands umfasst. Eine nahegelegene Schutzhütte bietet Gelegenheit zur Erholung. Die Bewirtung ist saisonal und in der Regel in den Sommermonaten möglich.

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