Denkmal/Gedenkstätte

Sigmund Loeb

54290 Trier

Highlights

  • Sigmund Loeb war ein jüdischer Weinhändler in Trier und Vater von Otto Wolfgang Loeb.
  • Er flüchtete 1938 vor den Nationalsozialisten in die USA und starb 1950 in den Niederlanden.
  • In Trier erinnert ein Stolperstein an sein Schicksal und sein ehrenamtliches Engagement.

Tipps

  • Besucher können den Stolperstein für Sigmund Loeb in der Böhmerstraße einsehen, um seine Geschichte und die seiner Familie nachzuvollziehen.
  • Das ehemalige Realgymnasium in Trier, heute Humboldt- und Max-Planck-Gymnasium, ist mit einem Stolperstein für Sigmund Loeb verbunden.
  • Interessierte finden weitere Informationen über das Schicksal der Loebs in der Stadtbibliothek oder auf der Website der Stadt Trier.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Denkmal Sigmund Loeb Trier

Der Stolperstein für Sigmund Loeb in Trier erinnert an das Schicksal eines bedeutenden jüdischen Weinhändlers und engagierten Bürgers der Stadt. Sigmund Loeb, geboren im 19. Jahrhundert, etablierte sich 1893 mit einer international tätigen Weingroßhandlung in Trier und wurde zu einem führenden Vertreter der regionalen Weinwirtschaft. Als langjähriges Mitglied der Industrie- und Handelskammer sowie Stadtverordneter prägte er das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt maßgeblich. Zugleich engagierte er sich kulturell und gehörte zu den Mitbegründern der Philharmonischen Gesellschaft sowie des Weinhändlerverbandes.

Die nationalsozialistische Herrschaft brachte für Sigmund Loeb und seine Familie ein jähes Ende seiner beruflichen und gesellschaftlichen Tätigkeit. Wie viele jüdische Unternehmer wurde er nach 1933 schleichend ausgeschlossen – durch Diskriminierung, Propaganda und wirtschaftlichen Druck. Im Zuge der zunehmenden Verfolgung floh er 1938 mit seiner Frau in die Niederlande, später in die USA. Infolge des deutschen Überfalls wurden sie in einem Internierungslager in Westerbork festgehalten, entgingen jedoch der Deportation, vermutlich aufgrund der US-amerikanischen Staatsbürgerschaft von Sigrid Loeb. Er starb 1950 in Übersee. Sein Sohn Otto Wolfgang Loeb, ebenfalls ein herausragender Weinhändler und Kulturinitiator, kehrte nach England in die Emigration und später für kurze Zeit vor seinem Tod 1974 nach Trier zurück.

Der Stolperstein für Sigmund Loeb befindet sich am ehemaligen Standort des Königlichen Kaiser-Wilhelms-Gymnasiums in der Böhmerstraße. Er dokumentiert den Ort seiner Flucht und die Stationen seiner Zwangsreisen. Die Inschrift nennt die Jahre seiner Flucht, die USA und die Niederlande als Stationen seiner Emigration sowie die Internierung in Westerbork. Die Initiative des Kölner Künstlers Gunter Demnig erinnert mit solchen Stolpersteinen eindrücklich an die Opfer des Nationalsozialismus. Sigmund Loeb steht exemplarisch für das Schicksal vieler jüdischer Unternehmer, die einen erheblichen Teil der rheinland-pfälzischen Weinwirtschaft prägten, bevor sie systematisch verfolgt und vertrieben wurden.

Die Stadt Trier würdigte die Verdienste von Sigmund Loeb und seinem Sohn Otto Wolfgang 1960 durch die Verleihung des Ehrensiegels. Otto Wolfgang Loeb, der nach seiner Rückkehr nach England ein erfolgreiches Weinhandelshaus leitete und sogar als Berater für renommierte Institutionen wie das Glyndebourne Festival tätig war, betonte in seiner Dankesrede die Verbundenheit mit seiner Heimatstadt und nannte sie „unvergesslich“. Sein Wunsch, in Trier begraben zu werden, wurde erfüllt – ein Ausdruck der tiefen Wurzeln, die die Familie Loeb in der Stadt hatte. Der Stolperstein ist somit nicht nur Mahnmal, sondern auch Zeugnis einer facettenreichen Familiengeschichte, die eng mit der Kultur- und Wirtschaftsgeschichte Triers verknüpft ist.

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Häufige Fragen zu Sigmund Loeb

Wer war Sigmund Loeb in Trier?
Sigmund Loeb war ein jüdischer Weinhändler in Trier, der ab 1893 eine internationale Weinhandlung betrieb und in der Stadtgesellschaft engagiert war. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Welche Bedeutung hatte Sigmund Loeb für Trier?
Sigmund Loeb war führend in der Weinwirtschaft, Mitglied der IHK, Stadtverordneter und Mitbegründer der Philharmonischen Gesellschaft. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Was geschah mit Sigmund Loeb unter den Nationalsozialisten?
Sigmund Loeb wurde 1938 in die USA und dann in die Niederlande vertrieben, wo er 1939 in Westerbork interniert wurde. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Gibt es ein Denkmal oder eine Erinnerung an Sigmund Loeb in Trier?
Ja, es gibt einen Stolperstein für Sigmund Loeb in Trier, verlegt vor dem ehemaligen Kaiser-Wilhelms-Gymnasium. Stand Juni 2026.

Quelle: website

Welche Nachkommen hatte Sigmund Loeb und was wurde aus ihnen?
Sein Sohn Otto Wolfgang Loeb wurde 1898 geboren, emigrierte 1937 nach England und wurde dort ein erfolgreicher Weinhändler. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia