Bettina Ghasempoor
Highlights
- Bettina Ghasempoor zeigt in Trier fotografische Installationen mit Holzsäulen, Luxusmarken-Objekten und Bodenplatten (6x5x4m, Kunsthalle).
- Ihre Rauminstallationen verbinden filigrane Kettenstrukturen – lose an Ästen hängend – in Gemeinschaftsausstellungen wie *GESTRANDET* (Galerie Netzwerk).
- Gemeinschaftsprojekte wie *CUEVA* (Esch-sur-Alzette) oder *POWER FLOWER* (Galerie Netzwerk) verbinden internationale Künstler:innen an historischen Orten.
Eigenschaften
Kunstgalerie Bettina Ghasempoor in Trier entdecken
Die Bettina Ghasempoor ist eine vielseitige und international ausgerichtete Künstlerin, deren Werk sich durch experimentelle Rauminstallationen, fotografische Collagen und konzeptuelle Ansätze auszeichnet. Ihre Arbeiten verbinden oft Naturmotive, industrielle Spuren und gesellschaftskritische Reflexionen zu einer poetischen, aber auch provokanten Ästhetik. Besonders bekannt ist Ghasempoor für ihre dynamischen Installationen, die zwischen Zerbrechlichkeit und struktureller Komplexität oszillieren – etwa ihre filigrane Kettenkonstruktion, die wie eine „verwebte“ Vernetzung an Ästen hängt und so Fragilität und Verbindung thematisiert. Diese Werke entstehen oft in Kooperation mit anderen Künstler:innen wie Marc Kalbusch oder Ella Splint und werden in historischen Kontexten wie der Kapelle Beaumont-en-Verdunois (Frankreich) oder industriellen Ruinen wie dem CUEVA-Gelände in Esch-sur-Alzette (Luxemburg) präsentiert.
In Trier zeigt Ghasempoor ihre Werke in renommierten Räumen wie der Galerie Netzwerk, wo sie unter anderem die Doppelausstellung *„Die Welt, in der wir leben“* mit fotografischen Collagen und Holzsäulen präsentierte. Hier verbindet sie Alltagsobjekte wie Luxusmarken (Hermès, Chanel) mit archaischen Materialien wie Tuffstein, um Fragen nach menschlicher Gestaltungsmacht und ökologischer Verantwortung zu stellen. Ihre Installation *„I am rooted but I flow“* – eine 6×5×4 Meter große Fotografie-Collage auf einer Bodenplatte – unterstreicht diesen Ansatz: Sie inszeniert eine scheinbar statische Welt als fließendes, von Menschen geformtes Gefüge, inspiriert von Zitaten wie dem des Historikers Yuval Harari. Diese Werke sprechen direkt die Spannung zwischen Tradition und Moderne an, die auch Trier als eine der ältesten Städte Deutschlands prägt.
Ghasempoors Schaffen ist eng mit dem Dialog zwischen Kunst und Ort verknüpft. Ob in der Tufa Trier – einem historischen Tuffsteinbau – oder in der Kunsthalle Trier, wo sie ihre Arbeiten in den Kontext regionaler Geschichte stellt: Ihre Installationen wirken wie eine „Zeitmaschine“, die vergangene und gegenwärtige Schichten überlagert. Ein Beispiel ist die Gemeinschaftsausstellung *„KONZEPTKUNST NATUR UND GEIST IM UMBRUCH“* (2021), in der sie Naturphänomene mit industriellen Relikten kontrastierte – ein Thema, das auch die rheinische Landschaft mit ihren Weinbergen und ehemaligen Bergbaugebieten aufgreift. Durch ihre Teilnahmen an großen Messen wie der *ART WEEK Luxembourg* oder Ausstellungen mit über 50 Künstler:innen (wie im CUEVA) zeigt sie zudem, wie zeitgenössische Kunst globale Diskurse aufgreift und gleichzeitig lokale Identitäten reflektiert.
Besonders faszinierend ist Ghasempoors Fähigkeit, scheinbar Unvereinbares zu verbinden: So entstehen aus scheinbar nutzlosen Materialien wie Ketten oder Insektenresten (wie im Werbeplakat *„Die Welt, in der wir leben“*) neue Sinnbilder für Vernetzung und Widerstandsfähigkeit. Ihre Werke laden ein, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen – etwa indem sie Alltagsgegenstände wie Taschen von Louis Vuitton in eine surrealistische Landschaft einsetzen oder die Wände einer Kapelle mit einem „Rundweg auf den Spuren der Zeit“ bespielen. Damit wird aus jeder Ausstellung nicht nur ein Kunstwerk, sondern ein Ort der Reflexion über menschliche Prägung und die Grenzen zwischen Natur und Kultur.
Wer Ghasempoors Werk erleben möchte, findet in Trier eine Auswahl ihrer vielschichtigen Projekte – von der intimen Einzelausstellung in der Galerie Netzwerk bis zu großen Gemeinschaftsprojekten, die die Stadt als Schauplatz zeitgenössischer Kunst neu entdecken. Ihre Arbeiten erinnern daran, dass Kunst nicht nur ästhetisch, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche ist – und dass selbst die zerbrechlichste Installation eine Botschaft trägt: *„Wir sind verwurzelt, doch wir fließen.“*