Kirche/Kloster

Jesuitenkirche

Jesuitenstraße 13, 54290 Trier

Highlights

  • Die Jesuitenkirche in Trier wurde 1570 bis 1773 von den Jesuiten genutzt.
  • In der Krypta unter dem nördlichen Seitenschiff wurde der Jesuit Friedrich Spee von Langenfeld bestattet.
  • 1834 wurde Karl Marx in der Kirche konfirmiert, als sie noch protestantische Pfarrkirche war.

Tipps

  • Die Kirche verfügt über bemalte Decken und ein sehenswertes Orgelwerk.
  • Ein schmiedeeisernes Tor ziert die Fassade der historischen Kirche.
  • In der Krypta ruht der Jesuit Friedrich Spee von Langenfeld.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Jesuitenkirche

Die Jesuitenkirche in Trier zählt zu den bedeutenden sakralen Bauten der Stadt und ist ein ehemaliges Kloster der Franziskaner aus dem frühen 13. Jahrhundert. Ursprünglich der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht, erhielt das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Funktionen und Nutzer. Von 1570 bis 1773 diente es als Kirche der Jesuiten, die hier eine prägende Rolle in der geistlichen und kulturellen Landschaft der Stadt spielten. In dieser Zeit wurde das Bauwerk auch um ein drittes Schiff erweitert. In der Krypta unter dem nördlichen Seitenschiff fand der Jesuit und Schriftsteller Friedrich Spee von Langenfeld, bekannt für seine kritische Haltung gegenüber der Hexenverfolgung, seine letzte Ruhestätte.

Nach der Auflösung der Jesuitenordensgemeinschaft wurde die Kirche 1779 dem neu gegründeten Bischöflichen Priesterseminar übergeben und diente fortan als Seminarkirche. Während der napoleonischen Besetzung wurde das Gebäude zeitweise als Lagerraum genutzt, ehe es kurzzeitig wieder für Gottesdienste geöffnet wurde. Mit der Aufhebung des Priesterseminars im Jahr 1798 wurde die Kirche zunächst zum „Tempel der Vernunft“ umgewandelt. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Trier preußisch, und das Gebäude fungierte von 1818 bis 1819 als Simultankirche, später bis 1856 als evangelische Pfarrkirche. In dieser Zeit wurde hier unter anderem Karl Marx konfirmiert. Nach einem Rechtsstreit kehrte die Nutzung durch das Priesterseminar 1857 zurück, was bis heute andauert.

Zwischen 1988 und 1994 wurde die Kirche umfassend saniert und liturgisch neu gestaltet. Die Arbeiten unter der Leitung des Trierer Architekten Herbert Herrmann umfassten die Behebung von Kriegs- und Bauschäden sowie die vollständige Neugestaltung des Innenraums. Dabei wurden unter anderem der Altarbereich mit Zelebrationsaltar und Ambo, eine neue Orgel, der Natursteinboden sowie die Beleuchtung erneuert. Auch das Äußere des Gebäudes wurde überarbeitet, darunter das Chordach mit drei Glocken und die Gestaltung des Kirchenvorplatzes. Im Zuge der Restaurierung wurde zudem die ursprüngliche Farbfassung der Innenräume aus dem Mittelalter teilweise rekonstruiert.

Ein besonderes Element der Kirche ist der Marien-Votivaltar aus dem Jahr 1727, der ursprünglich im Vorhof des ehemaligen Jesuitenkollegs stand. Die Statue der Madonna mit Kind, vermutlich von Johann Neudecker d. J., wurde aus Gründen des Denkmalschutzes in den Innenraum verlegt. Am ursprünglichen Standort befindet sich heute ein Abguss des Altars. An der Südseite der Apsis ist zudem ein Epitaph der Luxemburger Prinzenfamilie aus dem 15. Jahrhundert zu sehen, das als weiteres kunsthistorisches Zeugnis die reiche Vergangenheit des Ortes widerspiegelt.

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