Denkmal/Gedenkstätte

Band der Erinnerung

Platz der Erinnerung, 66117 Saarbrücken

Highlights

  • Das Denkmal ‚Band der Erinnerung‘ ehrt namentlich rund 2000 jüdische Opfer des NS-Regimes aus dem früheren Saargebiet.
  • Erstellt 2021 durch Oliver Dietze, basiert es auf wissenschaftlich recherchierten Daten des Stadtarchivs und Landesdenkmalamts.
  • Ein Webcomic mit 360°-Inhalten verbindet Fotos, historische Kontexte und persönliche Zeugnisse wie Aussagen des Kantors Benjamin Chait.

Tipps

  • Ein virtueller 360-Grad-Rundgang mit historischen Fotos und persönlichen Erzählungen ergänzt die Besuchsführung digital.
  • Die historische Trennung der Männer- und Frauenlager durch den Alstinger Weg wird im Kontext des Denkmals thematisiert.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Band der Erinnerung Saarbrücken – Kulturdenkmal

Der „Band der Erinnerung“ in Saarbrücken ist ein bewegendes Denkmal, das der Erinnerung an die jüdischen Opfer der NS-Gewaltherrschaft im früheren Saargebiet gewidmet ist. Das Werk des Künstlers Oliver Dietze vereint künstlerische Gestaltung mit historischer Verantwortung und schafft einen Ort der Reflexion über ein dunkles Kapitel der regionalen Geschichte.

Die Entstehung des Denkmals war das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Verein „DenkmalMit!“, dem Stadtarchiv und dem Landesdenkmalamt. Durch wissenschaftliche Recherchen, unterstützt vom Saarländischen Landesarchiv, wurden die Opferdaten systematisch gesammelt und dokumentiert. Als Grundlage dienten dabei unter anderem die Aufzeichnungen der Synagogengemeinde Saar, die bereits in den 1940er-Jahren vom Vorstandsvorsitzenden Richard Bermann zusammengestellt worden waren. Auch die Vorarbeiten des Vereins „DenkmalMit!“ unter Leitung von Richard Borg flossen in die Erarbeitung ein, um eine möglichst vollständige und würdevoll präsentierte Liste zu schaffen.

Das Denkmal selbst ist eine Skulptur, die durch ihre Form und Materialität eine stille, aber eindringliche Botschaft vermittelt. Der „Band“ symbolisiert die unzerbrechliche Verbindung der Erinnerung an die Opfer, während die alphabetische Anordnung der Namen eine individuelle Würdigung jedes Einzelnen betont. Besonders bemerkenswert ist die Ergänzung durch einen interaktiven Webcomic, der in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und dem K8 Institut für strategische Ästhetik entstanden ist. Dieser virtuelle Rundgang bietet nicht nur Fotos und historische Einblicke, sondern auch persönliche Stimmen wie die des Kantors Benjamin Chait, die das Denkmal in einen größeren Kontext einbetten.

Der Standort des „Bands der Erinnerung“ liegt in unmittelbarer Nähe zu historischen Orten wie den ehemaligen Konzentrationslagern auf dem Gelände des heutigen Alstinger Wegs. Das Männer- und Frauenlager, die während des Zweiten Weltkriegs hier eingerichtet wurden, waren durch diesen Weg getrennt – ein Hinweis auf die systematische Entrechtung und Deportation der jüdischen Bevölkerung. Das Denkmal steht somit auch als Mahnmal gegen Vergessen und als Mahner für die Bewahrung der Menschenwürde, unabhängig von Herkunft oder Religion.

Mit seiner klaren Botschaft und seiner künstlerischen Umsetzung ist der „Band der Erinnerung“ nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Ort der Aufklärung. Er lädt Besucher:innen ein, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Namen der Opfer bewusst wahrzunehmen. Durch die Kombination aus physischer Präsenz und digitaler Ergänzung wird das Denkmal zu einem lebendigen Gedächtnis, das Generationen verbindet und an die Verantwortung für die Vergangenheit erinnert.

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