Marienkirche Ziegenhain
Highlights
- Die Marienkirche Ziegenhain stammt aus dem 15. Jahrhundert und war einst Wallfahrtskirche mit spätgotischem Chor und Wandmalereien zum Marienkult.
- Ihr quadratischer Kirchturm (Mauerstärke bis 1,5 m) diente vermutlich als Schutzturm nach dem Sächsischen Bruderkrieg (15. Jh.).
- Die Kirche beherbergt den ältesten barocken Pyramiden-Kanzelaltar Thüringens (17. Jh.) und eine 1609 kopierte byzantinische Ikone der Gottesmutter.
Tipps
- Der barocke Pyramiden-Kanzelaltar stellt das älteste erhaltene Exemplar dieser Art in Thüringen dar und zeigt handwerkliche Details aus dem 17. Jahrhundert.
- Die Wandmalereien im Chorraum dokumentieren den mittelalterlichen Marienkult mit biblischen Szenen in regionaler Landschaftsdarstellung und stammen aus dem 15. Jahrhundert.
Eigenschaften
Kultur & Sakral: Marienkirche Ziegenhain bei Jena
Die Marienkirche Ziegenhain in Jena-Ziegenhain ist ein faszinierendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und reformatorischer Geschichte. Ihre Ursprünge reichen bis ins späte 15. Jahrhundert zurück, als sie als Teil einer „neuen Kapelle“ erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die heutige Kirche entstand nach den Zerstörungen des Sächsischen Bruderkriegs und vereint gotische und barocke Elemente in einzigartiger Weise.
Ein markantes Wahrzeichen ist der quadratische Kirchturm, dessen massive Mauern mit einer Stärke von bis zu 1,5 Metern und schmale Lichtschlitze auf seine Funktion als Schutzturm hinweisen. Ursprünglich war der Turm nur über eine Leiter im Langhaus zugänglich, heute führt ein separater Zugang ins Erdgeschoss. Im Inneren beherbergt er drei historische Glocken, von denen eine bereits 1448 zur „Ehr Mariam“ gegossen wurde.
Der Chorraum der Kirche beeindruckt mit spätgotischen Fenstern und einer großflächigen Wandmalerei aus dem 15. Jahrhundert, die biblische Szenen in einer heimischen Landschaft darstellte. Ein besonderes Juwel ist der Flügelaltar mit Nischen für Heiligendarstellungen, dessen goldener Hintergrund später mit barocken Motiven übermalt wurde.
Die Marienkirche beherbergt zudem den ältesten erhaltenen barocken Pyramiden-Kanzelaltar Thüringens. Das dreischiffige Langhaus mit spätgotischem Portal entstand im 17. Jahrhundert, während das Langhaus zuvor möglicherweise nur teilweise gedeckt war. Eine besondere Bereicherung ist eine handgemalte Kopie der byzantinischen Ikone „Glykophilousa“ von Albrecht Schröter, die die Gottesmutter als „Liebkosende“ zeigt.
Die einmanualige Orgel von Justinus Ehrenfried Gerhard aus dem Jahr 1764 ergänzt das kulturelle Erbe der Kirche.