Denkmal/Gedenkstätte

Slawische Burganlage am Johannisberg

07768 Schöps

Highlights

  • Slawische Burganlage am Johannisberg in Schöps beherbergt Reste einer frühmittelalterlichen Befestigung aus dem 9. Jahrhundert.
  • Die Anlage liegt strategisch günstig direkt am östlichen Ufer der Saale.
  • Archäologische Funde deuten auf eine mögliche Verbindung zur fränkischen Ostgrenze hin.

Tipps

  • Wanderung auf den Johannisberg bietet einen guten Ausblick über das Saaletal und die umliegenden Muschelkalkhänge.
  • Archäologische Reste einer bronzezeitlichen und frühmittelalterlichen Befestigung sind erkundbar, insbesondere auf dem Plateau und der nördlichen Spitze.
  • Der steile Geländesprung zum Saaletal ist ideal für naturinteressierte Besucher, die Fossilien im Muschelkalk suchen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Slawische Burganlage am Johannisberg

Die slawische Burganlage am Johannisberg in Schöps, Thüringen, zählt zu den bedeutenden archäologischen Zeugnissen der Bronzezeit und des frühen Mittelalters. Der Johannisberg ist ein markanter Geländesporn aus Muschelkalk, der sich steil zum Saaletal hin absenkt und östlich von Jena liegt. Auf diesem Berg befinden sich die Reste zweier befestigter Anlagen, deren Fundamente durch mehrere Ausgrabungen seit dem 19. Jahrhundert dokumentiert wurden. Die Anlage gilt als eine der wenigen gut untersuchten frühmittelalterlichen Befestigungen in Thüringen.

Die topographische Lage des Johannisbergs begünstigte die Errichtung einer Höhensiedlung. Das Plateau wird im Westen durch einen fast senkrechten Abfall zum Saaletal begrenzt, während es im Osten sanft in die Hochfläche der Wöllmisse übergeht. Die natürliche Steilheit bot Schutz, der durch künstliche Befestigungen ergänzt wurde. Zwei Hauptwälle, die sich in Größe und Form unterscheiden, sichern den Zugang zum Plateau. Der westliche Wall ist etwa 48 Meter lang und 1,60 Meter hoch, während der östlich gelegene Wall rund 80 Meter misst und eine geringere Höhe von 1,30 Meter aufweist. Diese Befestigungen bestehen heute größtenteils aus Erd- und Steinmaterialien, die ursprünglich mit Holzstrukturen kombiniert waren.

Archäologische Untersuchungen legen nahe, dass die frühmittelalterliche Burg möglicherweise im Zusammenhang mit der fränkischen Ostgrenze entstand. Ihre Lage unmittelbar am östlichen Ufer der Saale spielt dabei eine zentrale Rolle in der Debatte um ihre politische und militärische Funktion. Ob es sich um eine slawische oder fränkische Anlage handelte, bleibt umstritten. Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass sie unter fränkischem Einfluss errichtet wurde. Neben den Hauptwällen gibt es Spuren einer Randbefestigung sowie mögliche Vorwälle im östlichen Vorfeld, wie sie in älteren heimatkundlichen Beschreibungen erwähnt werden.

Die Burganlage am Johannisberg ist ein wichtiger Forschungsgegenstand für die Erforschung der Völkerwanderungszeit und der frühmittelalterlichen Besiedlungsgeschichte in Mitteldeutschland. Ihre archäologischen Befunde tragen zur Rekonstruktion der damaligen Lebensräume und Machtstrukturen bei. Die Erhaltung der Wallreste sowie die landschaftliche Einbettung machen die Anlage zu einem bemerkenswerten Zeugnis der Vergangenheit im thüringischen Raum.

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