Burg Lohmar
Highlights
- Burg Lohmar ist eine ehemalige Wasserburg im Tal der Agger, ca. 64 m ü. NHN.
- Erste Erwähnung der Burg um 1350, erbaut von Graf Dietrich II. von Loos.
- Heute befindet sich die Burg in Privatbesitz und wird landwirtschaftlich genutzt.
Tipps
- Die Burg Lohmar liegt etwa einen halben Kilometer westlich des Lohmarer Stadtzentrums direkt an der Agger.
- Das Gelände ist über einen gepflasterten Weg erreichbar, der von der Bundesautobahn 3 erschlossen wird.
- Heute befindet sich die Burg in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.
Eigenschaften
Über Burg Lohmar
Die Burg Lohmar liegt im nordrhein-westfälischen Lohmar, im Rhein-Sieg-Kreis, etwa einen halben Kilometer westlich des Stadtzentrums. Die ehemalige Wasserburg befindet sich im Tal der Agger, unmittelbar zwischen dem Flusslauf und der Bundesautobahn 3. Das Gelände liegt außerhalb der bebauten Ortschaft und ist heute Privatbesitz. Die Burg wurde um die Mitte des 14. Jahrhunderts von Graf Dietrich II. von Loos und Chiney errichtet, vermutlich auf den Fundamenten eines älteren Herrensitzes. Schon früh kam es zu rechtlichen Auseinandersetzungen um die Errichtung, da der Bau möglicherweise ohne ausreichende Genehmigung erfolgte. Aus einer Urkunde von 1361 geht hervor, dass Graf Godart von Loen, der Neffe des Erbauers, sich verpflichtete, die Burg nur als Wohnsitz zu nutzen und nicht weiter auszubauen.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach. Bereits um das Jahr 1400 gelangte die Burg in den Besitz der Familie von Ro(i)de, ging jedoch bald als Pfand an die Eheleute Gerhard von Reven und Juetgin von Hatzfeld über und wurde schließlich 1444 verkauft. Die Familie von Reven blieb bis ins 17. Jahrhundert Eigentümerin, wobei der letzte bekannte Herr auf der Burg Jost Max von der Reven war, der 1693 verstarb. Danach folgten weitere Eigentümerwechsel, bis die Anlage 1818 in bürgerliche Hände überging. 1875 wurde das Anwesen in zwei landwirtschaftliche Güter aufgeteilt. Bis heute bleibt Burg Lohmar in Privatbesitz und wird nicht öffentlich zugänglich geführt.
Baulich besteht die Anlage aus einem zweigeschossigen Herrenhaus aus Grauwacke, das auf die ursprüngliche gotische Wasserburg des 14. Jahrhunderts zurückgeht. Ursprünglich war es von einer Vorburg getrennt, die 1717 in Fachwerk erbaut wurde. Diese Vorburg wird durch einen Torbogen aus Haustein geteilt, der das Ehewappen der späteren Besitzerfamilien von Groote und Coesfeld trägt. Überreste des ehemaligen Burggrabens sind noch vorhanden, wenngleich dieser heute weder mit Wasser gefüllt noch vollständig erhalten ist. Im Nordosten wurde der Graben zugeschüttet oder überbaut. Im Zuge des 20. Jahrhunderts wurden Umbauten vorgenommen: Der nördliche Flügel diente fortan als Hallenbau, während der Ostflügel um einen Anbau erweitert wurde. Weitere Bauten entstanden im Innenhof. Die gesamte Anlage wird heute landwirtschaftlich genutzt.
Da sich die Burg in Privatbesitz befindet, ist eine Besichtigung von innen nicht möglich. Dennoch kann das Äußere der Anlage aus der Nähe betrachtet werden. Aufgrund ihrer abgelegenen Lage und fehlender Beschilderung wird von Gästen gelegentlich berichtet, dass sie Schwierigkeiten hatten, das Gelände überhaupt zu finden. Die Burg Lohmar ist somit ein stillgelegter Zeuge der mittelalterlichen Burgenbaukunst im Rhein-Sieg-Kreis, dessen historische Substanz trotz Umbauten und Nutzungswandel größtenteils erhalten geblieben ist.