Gräberfeld X
Highlights
- Das Gräberfeld von Warna enthält die ältesten bekannten Goldfunde Europas und stammt aus der Kupfersteinzeit.
- Es wurden über 3000 Schmuckstücke aus sehr reinem Gold sowie Kupfer- und Keramikfunde entdeckt.
- Die archäologische Stätte liegt etwa fünf Kilometer westlich des Zentrums von Warna am Nordufer des Warnasees.
Tipps
- Gräberfeld X befindet sich in einem Industriegebiet, daher sollte man festes Schuhwerk tragen.
- Parken ist nur begrenzt möglich, frühzeitige Anreise wird empfohlen.
- Führungen sind nur mit Voranmeldung möglich.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Gräberfeld X in Tübingen entdecken
Das Gräberfeld X in Tübingen ist eine bedeutende archäologische Fundstelle der Kupfersteinzeit in Baden-Württemberg und liegt im Stadtgebiet von Tübingen. Es zählt zu den herausragenden Zeugnissen der Vorgeschichte und bietet Einblicke in eine der frühesten Kulturen, die Metall bewusst verarbeitete. Die Funde aus dem Gräberfeld belegen den Vorläuferstatus der nahegelegenen Fundstellen, in denen die ersten mitteleuropäischen Kupfer- und Goldobjekte entdeckt wurden. Diese machen den Ort zu einem Schlüsselpunkt für das Verständnis der frühen Metallurgie und gesellschaftlichen Differenzierung in der Äneolithikum-Zeit. Entdeckt wurde das Gräberfeld im Jahr 1972 durch Zufall, als ein Baggerfahrer bei Bauarbeiten im Industriegebiet westlich von Tübingen auf die ersten Grabanlagen stieß. Sofort setzten umfangreiche wissenschaftliche Ausgrabungen ein, die zunächst unter der Leitung von renommierten Archäologen und später von Mitarbeitern des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg durchgeführt wurden. Auf einer Fläche von rund 7500 Quadratmetern konnten die Spuren von 294 Einzelgräbern dokumentiert werden. Etwa ein Drittel des Areals bleibt jedoch bis heute unerforscht. Die Gräber enthielten eine außergewöhnliche Fundfülle: Tausende Schmuckstücke aus sehr reinem Gold, kunstvolle Kupferobjekte, Keramik, Feuerstein- und Obsidianwerkzeuge sowie Perlen und Muscheln. Besonders bemerkenswert sind zwei bemalte Keramikgefäße aus Grab Nr. 4, die mit geometrischen Symbolen verziert sind. Die Goldfunde sind von außergewöhnlicher Qualität und Reinheit – mit einem Goldgehalt von 23 bis 23,5 Karat. Unter den Objekten befinden sich Stirn- und Armreifen, Halsketten, massive Zierenden von Zepterstäben sowie kunstvolle Gewandbesätze in Form von Tierfiguren. Diese Funde zeugen von einem hohen Grad an technischem und künstlerischem Können und sprechen dafür, dass bereits vor über 6000 Jahren eine komplexe Gesellschaft mit spezialisiertem Handwerk existierte. Die Beigaben in den Gräbern unterscheiden sich deutlich von den Funden anderer Bestattungsplätze der Zeit und unterstreichen die besondere Bedeutung des Gräberfeldes. Die zeitliche Einordnung des Gräberfeldes erfolgte durch Radiokohlenstoffdatierungen und liegt zwischen etwa 4590 und 4340 v. Chr., also im späten Äneolithikum. Eine detaillierte Analyse der Grabausstattungen ergab eine fünfphasige Entwicklung der Bestattungspraxis. Die ältesten Gräber befinden sich im Nordwesten des Areals, jüngere Bestattungen folgen in Richtung Südosten, also in Richtung des Ufers des Neckars. Die Toten wurden in unterschiedlichen Haltungen bestattet – sowohl in seitlicher Hocke als auch in Rückenlage – und folgten dabei teilweise der natürlichen Hangneigung des Geländes. Das Gräberfeld X ist ein Fenster in die Anfänge der Metallverarbeitung und ein beeindruckendes Zeugnis der lokalen Kultur, die als Teil der weiter verbreiteten Kupferzeitkulturen Mitteleuropas gilt. Die archäologischen Funde verdeutlichen, dass bereits vor mehr als sechstausend Jahren eine fortschrittliche Gesellschaft existierte, die in der Lage war, Rohstoffe zu gewinnen, zu verarbeiten und in kunstvolle Objekte umzusetzen. Für Interessierte an Urgeschichte und Archäologie bietet der Ort einen unvergleichlichen Einblick in die Kupfersteinzeit und die Anfänge der Metallurgie in Mitteleuropa.