Sichartshof
Highlights
- Sichartshof ist eine ehemalige Wüstung im Landkreis Erlangen-Höchstadt.
- Erstmals urkundlich erwähnt im 15. Jahrhundert als „Sighartshof“.
- Heute bestehen nur noch Teiche und Waldgebiete am ursprünglichen Standort.
Tipps
- Nutzen Sie die schattige Sitzgelegenheit am ehemaligen Sichartshof für eine ruhige Pause beim Wandern oder Radfahren.
- Der nahegelegene Brunnen ist optisch ansprechend, aber nicht nutzbar – Wanderausrüstung sollte eigenes Wasser mitbringen.
- Die umliegenden Wald- und Grünflächen bieten gute Möglichkeiten für Naturbeobachtungen und Fotografie.
Eigenschaften
Über Sichartshof
Der Sichartshof liegt im Gemeindegebiet von Lonnerstadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt in Bayern. Es handelt sich um eine ehemalige Wüstung, die heute vor allem durch ihre ruhige, landschaftlich reizvolle Lage sowie einige historische Spuren bekannt ist. Die nähere Umgebung besteht heute größtenteils aus Wald, wobei ehemalige Flurnamen wie „Sichartsgrund“ und die verbliebenen Sichartsgrundteiche an die Existenz des Ortes erinnern.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Sichartshof im 15. Jahrhundert unter dem Namen „Sighartshof“. Begründer war Peter Sighart, ein Mitglied der vogtländischen Ritterschaft, dem das Fürstentum Kulmbach den Grund zu Lehen gab. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach, zuletzt ging das Anwesen im 18. Jahrhundert an die Herren von Schedlin über. Zu dieser Zeit bestanden auf dem Gelände mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude, darunter ein großer Hof, eine Schäferei sowie eine Wasenmeisterei. Das Rittergut übte zudem Grundherrschaft in mehreren umliegenden Ortschaften aus.
Im Zuge des Gemeindeedikts Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Sichartshof dem Steuerdistrikt Uehlfeld und später der Ruralgemeinde Mailach zugeordnet. Das Gut wurde 1856 versteigert und in mehrere Teile aufgeteilt. Die meisten Gebäude wurden danach abgerissen, wobei ein sogenanntes Fallhaus offenbar bis ins 20. Jahrhundert bewohnt blieb. Religiös gehörte der Ort der evangelisch-lutherischen Konfession an und stand unter der Pfarrhoheit von St. Jakob in Uehlfeld.
Heute ist vom ehemaligen Siedlungskern kaum noch etwas erhalten. Dennoch zieht der Ort Besucher durch seine ruhige, schattige Lage an, die sich besonders für eine Pause beim Wandern oder Radfahren eignet. Eine Sitzgelegenheit mit Unterstand bietet Platz für mehrere Personen. Ein Brunnen vor Ort kann jedoch nicht zur Wassergewinnung genutzt werden, was bei einigen Gästen Unverständnis auslöst. Dennoch wird der Ort als ruhiges und idyllisches Ausflugsziel wahrgenommen.
Der Sichartshof steht exemplarisch für die Geschichte vieler fränkischer Wüstungen, die im Zuge wirtschaftlicher und politischer Veränderungen aufgegeben wurden. Seine Erwähnung in historischen Werken wie dem „Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken“ sowie in regionalgeschichtlichen Darstellungen unterstreicht seine Bedeutung für die Orts- und Sozialgeschichte des Landkreises Erlangen-Höchstadt.