Kirche St. Korbinian
Highlights
- Die Pfarrkirche St. Korbinian in Unterhaching wurde um 1310 im romanischen Stil erbaut und ist seit 1315 urkundlich erwähnt.
- Das Langhaus ist 20 Meter lang und wird von einem spitzbogigen Tonnengewölbe überspannt, der Kirchturm ragt etwa 28 Meter hoch auf.
- 1835 erhielt die Kirche das Patrozinium des heiligen Korbinian, nachdem sie zuvor der Gottesmutter Maria geweiht war.
Eigenschaften
Über Kirche St. Korbinian
Die Pfarrkirche St. Korbinian in Unterhaching zählt zu den bedeutenden sakralen Bauten im südlichen Bayern. Der Kirchenbau entstand um das Jahr 1310 aus Ziegelsteinen im romanischen Stil und gilt als Chorturmkirche. Ursprünglich war sie Teil der Hachinger Urpfarrei St. Stephan in Oberhaching und zunächst der Gottesmutter Maria geweiht. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und erweitert: Um 1500 erfolgte die Verlängerung des Kirchenschiffs sowie die Erhöhung des Turms, wobei der gotische Einfluss zunahm. Ab 1615 setzte eine barocke Umgestaltung ein.
Ein besonderes Kapitel in der Geschichte der Kirche bildet die Wallfahrt zum Gnadenbild der Heiligen Familie, das sich ab dem späten 17. Jahrhundert im linken Seitenaltar befand. 1835 erfolgte die Weiheänderung auf den heiligen Korbinian. In den Jahren zwischen 1855 und 1885 wurde der gesamte Kirchenbau grundlegend renoviert und im neuromanischen Stil ausgestattet. Das Innere wurde zuletzt in den Jahren 1972 und 1973 umfassend modernisiert und gestalterisch neu konzipiert.
Das Langhaus der Kirche wird von einem spitzbogigen Tonnengewölbe mit fünf Jochen überspannt und misst 20 Meter in der Länge, 8 Meter in der Breite und 7,8 Meter in der Höhe. Der massige, viereckige Kirchturm mit Satteldach ragt etwa 28 Meter hoch auf und prägt das Stadtbild von Unterhaching. Die Stuckaturen aus dem Jahr 1615 zieren noch heute die Innenräume und zeigen Ornamente wie Perl- und Eierstab sowie Akanthusrosetten. Farbliche Gestaltung des Stucks erfolgte im Zuge der Renovierung von 1972.
Die Ausstattung der Kirche umfasst verschiedene Epochen und Stilrichtungen. Der Hochaltar aus dem Jahr 1876 wurde im neuromanischen Stil gefertigt, mit Arbeiten von Alois Mayer aus Weyarn und Vergoldungen von Friedrich Auracher aus München. Im linken Seitenaltar befand sich bis zur Umgestaltung von 1972 das Wallfahrtsbild der Heiligen Familie aus dem Jahr 1669, das später als Altarbild übernommen wurde. An der Chorwand stehen drei Holzfiguren aus der Zeit um 1510 bis 1520, darunter der hl. Silvester, die hl. Katharina und die hl. Barbara. Weitere bemerkenswerte Objekte sind der große Kreuzchristus aus dem frühen 18. Jahrhundert sowie barocke Engel aus dem 17. Jahrhundert.
Die Kirche St. Korbinian beherbergt zudem authentische Reliquien, darunter Partikel vom Heiligen Kreuz, die seit 1762 aufbewahrt werden. Eine Grabplatte aus Rotmarmor erinnert an Niklas Zellermair, der von 1586 bis 1616 Benefiziat in Unterhaching war. Die Kirche wird heute vom Pfarrverband Unterhaching betreut, zu dem auch die Pfarrkirchen St. Alto und St. Birgitta gehören. Neben dem Gottesdienstgeschehen dient die Kirche als kultureller und sozialer Ankerpunkt der Gemeinschaft und lädt durch regelmäßige Veranstaltungen zur Teilnahme ein.