Denkmal/Gedenkstätte

Galgenturm

97638 Mellrichstadt

Highlights

  • Der Galgenturm ist ein 11,9 Meter hoher Wartturm aus dem 15. Jahrhundert bei Mellrichstadt.
  • Er lagerte an der alten B 19 und diente zur Beobachtung der Straßen aus der Grafschaft Henneberg.
  • Sein Name geht auf eine nahe Hinrichtungsstätte zurück, die zuletzt 1664 genutzt wurde.

Tipps

  • Der Galgenturm ist ein historischer Wartturm aus dem 15. Jahrhundert und liegt nördlich von Mellrichstadt direkt an der ehemaligen B 19.
  • Der Turm ist etwa 12 Meter hoch, hat eine Umfassungsmauer mit Torbogen und bietet von oben eine schöne Aussicht auf die Umgebung.
  • In der Nähe befinden sich weitere historische Warttürme, die ebenfalls erkundet werden können.

Eigenschaften

Outdoor Bildung Romantisch Kulturell Ganzjährig

Über Galgenturm

Der Galgenturm in Mellrichstadt ist eine historische Sehenswürdigkeit im Landkreis Rhön-Grabfeld in Bayern. Der etwa 12 Meter hohe Wartturm wurde im 15. Jahrhundert aus Bruchsteinen errichtet und dient als Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und Überwachungspraxis. Ursprünglich existierte an derselben Stelle bereits ein Holzturm aus dem 13. Jahrhundert. Der Steinbau diente dazu, die damalige Hauptstraße aus der Grafschaft Henneberg zu beobachten und die Stadt Mellrichstadt frühzeitig vor drohender Gefahr zu warnen. Seinen Namen erhielt der Turm aufgrund einer ehemaligen Hinrichtungsstätte in unmittelbarer Nähe, die bis ins 17. Jahrhundert genutzt wurde.

Der Turm erhebt sich an der ehemaligen Bundesstraße 19 zwischen Mellrichstadt und Eußenhausen und ist verkehrsgünstig gelegen. In unmittelbarer Nähe verläuft auch der BAB-Zubringer B 285. Der Eingang des Turms befindet sich auf einer Höhe von 4,5 Metern und ist über eine 1969 angebrachte Steintreppe mit 25 Stufen erreichbar. Auffällig ist, dass sich der Zugang nicht zur Stadt hin öffnet, sondern in Richtung Malbachtal und des Bahnhofs. Der Turm verfügt über einen Zwischenboden, während der Zugang zum Dach über Sprossen erfolgt. Umgeben wird der Turm von einer rundum verlaufenden, kopfhohen Umfassungsmauer, deren Torbogen in Richtung Stadt zeigt. Die Mauer wurde später hinzugefügt, was sich an der unterschiedlichen Steinverarbeitung erkennen lässt.

Die Außenwände des Turms sind mit Lichtscharten versehen und stark von Flechtenbewuchs geprägt, der das gesamte Mauerwerk umgibt. Die grobe Verfugung der Feldsteine mit Mörtel steht im Kontrast zur präziseren Ausführung des späteren Mauerwerks. Vom Turm aus erstrecken sich weite Blicke über das obere Streutal bis hin zur Lichtenburg und ins untere Streutal. Einige umstehende Bäume überragen die Plattform und schränken den Rundblick ein. Im Jahr 2008 wurde der Turm in der Lokalberichterstattung des Bayerischen Fernsehens erwähnt, als der zweite Mellrichstädter Bürgermeister die Beseitigung von Erdarbeiten forderte, die durch einen Zubringerbau entstanden waren und die Sicht auf die Stadtsilhouette beeinträchtigten.

Der Galgenturm ist nicht nur ein architektonisches, sondern auch ein kulturhistorisches Zeugnis. Neben seiner Funktion als Wachturm ranken sich um ihn verschiedene Volkssagen, darunter eine überlieferte Geschichte von einem Mann, der Leber und Lunge stehlen wollte und nachts von Gespenstern heimgesucht wurde. Solche Erzählungen tragen zur besonderen Atmosphäre des Ortes bei. Wanderer berichten von der Möglichkeit, den Turm zu besteigen und eine schöne Aussicht zu genießen, auch wenn der Aufstieg nicht der Hauptgrund für einen Besuch sein muss. Im Umfeld des Turms gibt es weitere historische Warttürme, die ein ähnliches Baugut und Funktionsspektrum aufweisen.

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