Denkmal/Gedenkstätte

Gaußstein

37586 Dassel

Highlights

  • Die Steine dienten als feste Basispunkte für präzise Messungen und trugen zur Entwicklung des Gauß-Krüger-Koordinatensystems bei.
  • Im Dasseler Becken befinden sich mehrere erhaltene Gaußsteine, die heute unter Denkmalschutz stehen.

Tipps

  • Gaußsteine sind historische Vermessungspfeiler aus dem Jahr 1820, die Carl Friedrich Gauß zur Landesaufnahme des Königreichs Hannover errichten ließ.
  • Die Steine tragen oft eine Nummerierung, wie z. B. „Nr. 19“, und dienen als feste Basispunkte für geodätische Messungen.
  • Viele Gaußsteine stehen unter Denkmalschutz und sind heute noch im Gelände zu finden, meist in ländlichen Regionen Niedersachsens.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Gaußstein

Der Gaußstein in Dassel ist ein historischer Vermessungspfeiler aus der Zeit der Gaußschen Landesaufnahme, die Mitte des 19. Jahrhunderts im ehemaligen Königreich Hannover durchgeführt wurde. Errichtet wurde er im Auftrag des Mathematikers und Geodäten Carl Friedrich Gauß, der als Professor für Astronomie in Göttingen lebte und wirkte. Diese Steine dienten als feste Basispunkte für präzise geodätische Messungen und sind wichtige Zeugnisse der Vermessungsgeschichte Niedersachsens. Der Gaußstein in Dassel gehört zu den erhaltenen Vermessungspunkten und steht unter Denkmalschutz.

Die Gaußsteine zeichnen sich durch ihre charakteristische Form aus: Sie sind schlanke, steinerne Pfeiler mit einer quadratischen Deckplatte, auf der Messgeräte platziert wurden. In Dassel trägt der Stein die Nummer 19, wie auf der Oberfläche eingemeißelt ist. Ein weiterer Vermessungspunkt mit der Nummer 20 befindet sich in unmittelbarer Nähe. Die Steine wurden strategisch auf erhöhten Standorten positioniert, um weite Gebiete überblicken und anpeilen zu können. Als Messmethode kam unter anderem die Methode der kleinsten Quadrate zum Einsatz, die von Gauß selbst entwickelt wurde.

Die Gaußsche Landesaufnahme war ein wissenschaftlich ambitioniertes Projekt, das nicht nur die geografische Vermessung des Landes revolutionierte, sondern auch zur Entwicklung des späteren Gauß-Krüger-Koordinatensystems führte. Dabei spielten präzise Instrumente wie der Theodolit von Georg Friedrich von Reichenbach sowie der von Gauß erfundene Vize-Heliotrop eine zentrale Rolle. Letzterer ermöglichte es, Sonnenlicht über große Distanzen zu reflektieren und so optische Signale für die Triangulation zu senden.

Trotz ihrer robusten Bauweise sind viele Gaußsteine im Laufe der Zeit verschwunden. Oftmals wurde vermutet, dass mit der Errichtung der Steine steuerliche oder grundstücksrechtliche Maßnahmen einhergehen würden, was zu deren Zerstörung führte. Heute sind die verbliebenen Exemplare wertvolle Kulturdenkmäler, die an die wegweisenden Arbeiten von Carl Friedrich Gauß und seinen Mitarbeitern erinnern. Der Gaußstein in Dassel ist Teil eines Netzwerks solcher Punkte, die das ehemalige Königreich Hannover abdeckten.

Im direkten Umfeld des Dasseler Gaußsteins finden sich weitere historische Vermessungspunkte, darunter auch der nahegelegene zweite Stein. Gäste vor Ort erhalten Einblicke in die historische Landvermessung, auch wenn sich Meinungen darüber unterscheiden, ob es sich tatsächlich um einen originalen Gaußstein handelt. Kritisch wird angeführt, dass Carl Friedrich Gauß erst nach Abschluss früherer Vermessungsprojekte geboren wurde, was Zweifel an der direkten Verbindung zu manchen Punkten aufkommen lässt. Dennoch bleibt der Stein ein dokumentiertes Zeugnis der geodätischen Tradition der Region im Landkreis Northeim.

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