Kirche/Kloster

St. Vincentius und Nikolaus (Kelberg)

53539 Kelberg

Tipps

  • Das Kirchenfenster im Chor und Querhaus zeigt Szenen aus dem Lobgesang der Jünglinge im Feuerofen und lädt zur Betrachtung ein.
  • Die Orgel aus den 1960er Jahren mit Multiplex-Pedal ist sehenswert für Interessierte historischer Instrumente.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über St. Vincentius und Nikolaus (Kelberg)

Die katholische Pfarrkirche St. Vincentius und Nikolaus in Kelberg im Landkreis Vulkaneifel ist ein sakraler Ort, der verschiedene Epochen der Architektur und Kunst miteinander verbindet. Ursprünglich im Mittelalter errichtet, gehört sie heute zu den geschützten Kulturdenkmälern der Region. Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist der romanische Turm, der vermutlich vor dem Jahr 1200 erbaut wurde. Er zeugt von der langen Geschichte des Gotteshauses und prägt bis heute das Erscheinungsbild des Bauwerks.

Das Langhaus der Kirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im neugotischen Stil neu errichtet. Diese dreischiffige Anlage aus den Jahren 1912/13 bildet den konstrastreichen Rahmen für die spätere Ergänzung durch ein modernes Querschiff, das 1972 entstand. Der Entwurf des Querschiffs greift bewusst Elemente der alten Formensprache auf, um eine architektonische Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen. Diese Symbiose aus unterschiedlichen Baustilen wird von Besucherinnen und Besuchern als besonders gelungen wahrgenommen.

Die Innenausstattung vereint Werke unterschiedlicher Epochen. Im Chor befindet sich der Sakramentsaltar, eine Schöpfung der sogenannten „Himmeroder Schule“, deren barocke Stilistik auch als Eifelbarock bezeichnet wird. Der moderne Ambo aus dem Jahr 1999 zeigt sechs Szenen aus dem Neuen Testament und fügt sich stilistisch in das Gesamtkonzept des renovierten Innenraums ein. Als weiteres bemerkenswertes Objekt gilt das spätgotische Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert sowie das Osterkreuz von 1696, das vom damaligen Pfarrer Peter Bongart geschnitzt wurde.

Die Orgel der Kirche wurde 1960 von der Trierer Firma Eduard Sebald erbaut und 1972 im Zuge des Umbaus der Kirche erweitert. Sie verfügt über ein für ihre Zeit typisches Multiplex-Pedal, das eine variable Anspielung des Subbasses ermöglicht. Die Glockenlage wurde im Laufe der Geschichte mehrfach verändert. Während zwei der ursprünglich vier Glocken im Zweiten Weltkrieg verloren gingen, wurde 1952 das Geläut durch zwei neue Exemplare ergänzt. Eine historische Glocke von Matthias Schmitz aus Müllenbach gehört heute zu den seltenen erhaltenen Stücken dieser Werkstatt.

Die Chor- und Querhausfenster thematisieren den Lobgesang der Jünglinge im Feuerofen (Dan 3,51–90) und tragen somit zur biblischen Erzähltradition innerhalb des Kirchenraums bei. Die Kirche wird regelmäßig für Gottesdienste genutzt und bleibt ein zentraler Ort des Glaubens- und Gemeindelebens in Kelberg. Ihre architektonische und künstlerische Ausstattung macht sie zu einem bemerkenswerten Zeugnis sakraler Baukultur im Landkreis Vulkaneifel.

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