Zeche Alte Haase
Highlights
- Die Zeche Alte Haase in Sprockhövel war vom 17. bis 19. Jahrhundert als Stollenzeche in Betrieb.
- Ab 1858 entstand ein neuer Erbstollen, der Edeltraud-Erbstollen, zur Erschließung tieferer Kohleflöze.
- Die Zeche förderte bis 1969 und zählt zu den ältesten Steinkohlenzechen des Ruhrgebiets.
Tipps
- Die Zeche Alte Haase kann bei Sprockhövel besichtigt werden, um historische Bergbauanlagen und Stollen zu erkunden.
- Im Bergbaumuseum vor Ort werden Exponate und Dokumente zur Kohleförderung im Ruhrgebiet gezeigt.
- Auf Wanderwegen rund um das Gelände sind ehemalige Förderstellen und Pinge sichtbar.
Eigenschaften
Über Zeche Alte Haase
Die Zeche Alte Haase in Sprockhövel zählt zu den historisch bedeutendsten Bergbauanlagen des Ruhrgebiets und ist eine der ältesten Steinkohlenzechen der Region. Ihre Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als hier erstmals kleinere Abbaustellen im südlichen Ruhrgebiet entstanden. Der Name der Zeche leitet sich von „Hasen“ ab, ein Begriff aus der regionalen Fauna, der damals häufig für die Benennung von Bergwerken verwendet wurde. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts setzte sich die Schreibweise „Alte Haase“ in den bergamtlichen Unterlagen durch.
Über mehrere Jahrhunderte wurde die Zeche als Stollenzeche betrieben, wobei der Abbau je nach wirtschaftlicher Lage zeitweise eingestellt wurde. Die Kohle wurde zunächst hauptsächlich an Schmiede im Bergischen Land verkauft. Die Arbeitsbedingungen waren hart, die Fördermengen gering im Vergleich zu späteren Zeiten, doch die Qualität der Kohle war hoch. Die Bergleute nutzten einfache Werkzeuge wie Spitzhacken und Keile, um die Kohle aus dem Flöz zu brechen. Besonders große Stücke erzielten dabei einen höheren Marktpreis. Die Zeche verfügte über eine bemerkenswerte Schlagwetterfreiheit, was sie von vielen anderen Bergwerken unterschied.
Ein entscheidender Wendepunkt war der Neubeginn ab dem späten 19. Jahrhundert, als die Zeche in den Tiefbau überging. Mit dem Bau des Edeltraud-Erbstollens wurde der Zugang zu größeren Kohlevorkommen ermöglicht. Ab dem Jahr 1883 konnte die geförderte Kohle über den Bahnhof von Sprockhövel an das Eisenbahnnetz weitergeleitet werden. Damit entwickelte sich Alte Haase zu einer der größten Bergbauanlagen Deutschlands mit einer Abbaufläche von 47 Quadratkilometern. Die Einführung des streichenden Pfeilerbaus brachte eine effizientere und leistungsstärkere Fördermethode, die den wirtschaftlichen Betrieb bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts sicherte.
Die Zeche Alte Haase wurde schließlich 1969 endgültig stillgelegt. Heute zeugen ehemalige Schächte, Pingen und verfüllte Stollen von der langen Bergbaugeschichte im südlichen Ruhrgebiet. Die Anlage gilt als wichtige historische Sehenswürdigkeit und Denkmal der Industriekultur im Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Spuren der frühen Kohleförderung sind noch heute in der Landschaft rund um Sprockhövel sichtbar und laden dazu ein, die industrielle Vergangenheit der Region zu erkunden.