Johannische Kirche
Highlights
- Die Johannische Kirche in Velten wurde 1920 von Joseph Weißenberg als offene christliche Gemeinschaft gegründet und ist seit 2008 unter Denkmalschutz.
- Das markante Gotteshaus auf dem Waldfriedengelände ist eine zweibogige Hallenkirche aus Holzbauweise (1928/29) und beherbergt eine historische Orgel (Opus 1001, 1980).
- Die Kirche verbot die Geheime Staatspolizei 1933 nach einer Verleumdungskampagne, doch Joseph Weißenberg prägte später die Idee vom Fortleben der Seele.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Zugang zum Gotteshaus und den umliegenden Bereichen des Geländes.
- Die historische Ausstellung zeigt über 100 Exponate, die die Entwicklung der Johannischen Kirche und ihrer Gemeinschaft über ein Jahrhundert dokumentieren.
- Das denkmalgeschützte Gotteshaus aus Holzbauweise aus den Jahren 1928/29 prägt mit seiner markanten Doppelbogen-Festhalle das Waldfriedengelände.
Eigenschaften
Johannische Kirche Velten – Sakrale Kultur
Die Johannische Kirche in Velten ist ein bedeutendes sakrales Zentrum der gleichnamigen, offenen christlichen Bewegung, die sich durch ihre weltoffene Haltung und historische Tiefe auszeichnet. Gegründet von Joseph Weißenberg, entwickelte sich die Kirche ab 1920 auf dem Gelände des Waldfriedens, das er mit seiner „Christlichen Siedlungsgenossenschaft“ erwarb. Das markante Gotteshaus entstand 1928/29 als zweibogige Hallenkirche in Holzbauweise und gilt heute als das größte der Johannischen Kirche – seit 2008 steht es unter Denkmalschutz. Besonders beeindruckend ist die kostbare Orgel, ein „Opus 1001“ der Dresdner Orgelbauer, das 1980 fertiggestellt wurde und die akustische Prägung des Raumes maßgeblich mitbestimmt.
Ein zentraler Anziehungspunkt ist die Jubiläumsausstellung „Hundert Objekte“, die an der wechselvollen Geschichte der Gemeinde teilhaben lässt. Über 100 Exponate – von historischen Dokumenten bis zu Alltagsgegenständen – spiegeln ein Jahrhundert Glaubensleben, gesellschaftlicher Wandel und die einzigartige Entwicklung der Johannischen Kirche wider. Die Präsentation verbindet seltene Funde mit persönlichen Geschichten und bietet so einen tiefen Einblick in die spirituelle und soziale Dynamik der Bewegung. Ergänzt wird das Angebot durch regelmäßige Gottesdienste und Gemeinschaftsveranstaltungen, die den offenen Charakter der Kirche unterstreichen.
Besonders hervorzuheben ist das Passionsspiel, das seit Jahren ohne traditionelle Kostüme inszeniert wird. Stattdessen steht die moderne Interpretation der Ereignisse zwischen Palmsonntag und Ostern im Vordergrund, begleitet von der neu eingeführten Figur „Der Schatten“. Diese bewusste Abkehr von historischen Inszenierungen soll die Botschaft zugänglicher machen und Schuldzuweisungen vermeiden. Die Aufführungen verbinden thuschriftliche Tradition mit zeitgemäßer Spiritualität und richten sich bewusst an ein breites Publikum.
Die Johannische Kirche in Velten ist zudem ein Ort der Erinnerung an prägende Persönlichkeiten wie Frieda Müller, deren Geburtstag im Februar gefeiert wird, oder Josephine Müller, deren Todestag am 15. Oktober als Gedenktag dient. Beide prägten die Kirche nachhaltig – Müller als langjähriges Oberhaupt, das die Gemeinschaft nach dem Tod Weißenbergs weiterführte. Die Kirche selbst entstand 1926 als eigenständige Bewegung nach dem Austritt aus der evangelischen Tradition, wobei der Name „Johannische“ auf die Offenbarung des Johannes Bezug nimmt und die Eigenständigkeit betont.
Mit ihrer rollstuhlgerechten Ausstattung – sowohl beim Zugang als auch beim Parkplatz – öffnet sich die Johannische Kirche bewusst für alle Besucherinnen und Besucher. Ob durch die historische Ausstellung, die lebendige Spielpraxis oder die offene Gemeindearbeit: Velten bietet damit einen Ort der Begegnung, der Geschichte und des modernen Glaubenslebens verbindet. Die Kirche steht damit für eine Spiritualität, die Tradition und Gegenwart in Einklang bringt – stets mit dem Anspruch, allen Menschen ein Zuhause zu bieten.