Denkmal/Gedenkstätte

Großsteingrab Stüvenmühle 1

49429 Visbek

Highlights

  • Das Großsteingrab Stüvenmühle 1 in Visbek stammt aus dem Mittelneolithikum.
  • Es ist Teil einer Gruppe baulicher Anlagen mit geschichtlicher Bedeutung.
  • Das Grab ist NW-SO orientiert und hat eine Kammergröße von 23,8 x 1,8 m.

Tipps

  • Das Großsteingrab ist etwa 110 Meter nordwestlich des Visbeker Bräutigams gelegen und gut zu Fuß erreichbar.
  • Der Eingang zur Kammer befindet sich mittig an der südwestlichen Langseite und ist durch drei Trägerpaare markiert.
  • Die Kammer ist 23,8 Meter lang und teilweise mit Decksteinen bedeckt, der Gang misst 2,7 Meter Länge und 0,7 Meter Breite.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Großsteingrab Stüvenmühle 1

Das Großsteingrab Stüvenmühle 1 befindet sich im niedersächsischen Visbek im Landkreis Vechta. Es zählt zu den bedeutenden archäologischen Denkmälern der Region und ist Teil einer ganzen Gruppe prähistorischer Grabanlagen in unmittelbarer Nähe zum sogenannten Visbeker Bräutigam. Die Anlage ist nach Südwesten ausgerichtet und gehört zu den Großsteingräbern mit langer Kammer und ovaler Einfassung, wie sie typisch für das mittelneolithische Kulturkreis der Trichterbecherkultur sind.

Etwa 110 Meter nordwestlich des Westendes des Visbeker Bräutigam gelegen, zeigt das Grab eine auffällige Bauweise: Der Zugang zur Kammer befindet sich mittig an der Südwestseite und wird durch drei Trägerpaare gebildet, wobei die äußeren Paare zugleich als Trägersteine der Kammer sowie der Einfassung fungieren. Der Gang zur Kammer ist 2,7 Meter lang und 0,7 Meter breit. Ein Deckstein über dem Eingang ist noch vorhanden. Die östliche Längsseite der Kammer verfügt über sechs in situ erhaltene Tragsteine, wobei zwei davon nach innen geneigt sind. Am südlichen Ende steht der Abschlussstein noch an seinem ursprünglichen Platz, ebenso die ersten beiden Trägersteine der gegenüberliegenden Kammerseite. In der nördlichen Kammerhälfte fehlen jedoch weitere Träger bis zur Höhe des Eingangs, während drei Decksteine erhalten geblieben sind.

Die Kammer erstreckt sich über eine Länge von 23,8 Metern, wobei die Breite etwa 1,8 Meter beträgt und an den Enden leicht schmaler ist. Die Einfassung ist an der Südwestseite gut erhalten, während die gegenüberliegende Seite fehlt. Im Südosten ist das ovale Ende deutlich erkennbar, im Nordwesten hingegen zeigt sich ein rechteckiger Abschluss. Diese Bauform wirft Fragen zur Entstehungsgeschichte des Grabes auf: Möglicherweise wurde hier ein älteres Hünenbett mit einer Grabkammer später zu einer längeren Kammer mit ovaler Ummauerung umgebaut.

Das Großsteingrab Stüvenmühle 1 ist Teil einer größeren archäologischen Fundstelle, die mehrere Großsteingräber umfasst. In unmittelbarer Nähe befinden sich weitere bekannte Anlagen wie der Visbeker Bräutigam (Visbek III) sowie der Brautwagen (Visbek V). Diese eng beieinander liegenden Grabanlagen verdeutlichen die besondere Bedeutung des Gebiets für die neolithische Siedlungsgeschichte Niedersachsens. Die Anlage ist im Denkmalverzeichnis des Landkreises Vechta eingetragen und unterliegt dem Denkmalschutz.

Die archäologische Dokumentation des Großsteingrabes erfolgte durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege. Fotografien und Detailaufnahmen zeigen das Denkmal aus verschiedenen Blickwinkeln und verdeutlichen den Erhaltungszustand sowie die architektonischen Besonderheiten. Die Fundstelle wird als von geschichtlicher Bedeutung bewertet und ist Teil des Projekts „Denkmalatlas Niedersachsen“, das im Rahmen des Masterplans Digitalisierung des Landes Niedersachsen entwickelt wurde.

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